Aluminium A413: Zusammensetzung, Eigenschaften, Zustandsübersicht & Anwendungen

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Umfassender Überblick

A413 ist am besten in der 4xxx-Aluminiumserie einzuordnen, einer siliziumreichen Gruppe, die für Gießfließfähigkeit, geringe Schrumpfung und Schweißzusatzanwendungen optimiert ist. Die Hauptlegierungselemente sind Silizium als primärer Bestandteil (verantwortlich für Eutektikum-Bildung und Fließfähigkeit) sowie kontrollierte Zugaben von Kupfer und moderaten Mengen von Magnesium und Mangan, um in bestimmten Varianten Festigkeit und Ausscheidungshärtung zu ermöglichen.

Die Festigungsmechanismen der Legierung kombinieren die mikrostrukturelle Steuerung des Al-Si-Eutektikums (Verfeinerung, Morphologie) mit Ausscheidungshärtung, wenn Kupfer- und Magnesiumgehalte für speziell ausgelegte Wärmebehandlungsabläufe ausreichen. Je nach Produktform und Härtezustand kann A413 in geglühtem, künstlich gealtertem (T5/T6) oder spannungsarm geglühtem Zustand geliefert werden, was Konstrukteuren Zustände von sehr duktil bis mittelschwer hochfest bietet.

Zusätzliche Eigenschaften von A413 umfassen gute Gießbarkeit und Wärmeleitfähigkeit im Vergleich zu vielen anderen Aluminiumlegierungen, eine angemessene Korrosionsbeständigkeit im atmosphärischen Bereich sowie akzeptable Zerspanbarkeit aufgrund des Siliziumgehalts. Die Schweißbarkeit ist mit geeigneten Zusatzlegierungen gut, jedoch erhöht der Kupferanteil die Anfälligkeit für lokale Korrosion und reduziert die schweißbedingte Duktilität im Vergleich zu niedriglegierten, handelsüblichen Reinaluminiumlegierungen.

Die typischen Einsatzbranchen für A413 sind die Automobilindustrie (Getriebegehäuse, Pumpengehäuse, Halterungen), Antriebstechnik und allgemeine Maschinenelemente, elektrische und thermische Komponenten (Kühlkörper, Gehäuse) sowie Haushaltsgeräte, bei denen gegossene oder extrudierte Formen mit moderater Festigkeit und hoher Maßhaltigkeit gefordert sind. Ingenieure spezifizieren A413, um eine Balance zwischen Gießbarkeit und nachträglich wärmebehandelbarer Festigkeit zu erzielen, bei gleichzeitig geringem Gewicht und akzeptabler Wärmeleitfähigkeit im Vergleich zu höherfesten, teureren Halbzeuglegierungen.

Härtezustände

Härtezustand Festigkeitsniveau Dehnung Umformbarkeit Schweißbarkeit Hinweise
O Niedrig Hoch (8–20%) Ausgezeichnet Ausgezeichnet Vollständig geglüht, ideal zum Umformen und zur Spannungsrelief
T5 Mittel Mäßig (4–10%) Gut Gut Künstlich gealtert aus gegossenem oder abgekühltem Zustand
T6 Hoch Niedrig–Mäßig (2–8%) Ausreichend Erfordert Vorsicht Gelöst und künstlich gealtert zur Maximierung der Festigkeit
T651 Hoch Niedrig–Mäßig (2–8%) Ausreichend Erfordert Vorsicht Gelöst, spannungsarm durch Dehnen, danach künstlich gealtert
H14 (kaltverfestigt) Mittel Mäßig (4–10%) Begrenzt Gut Auf walzbare Produkte anwendbar; erhöht Streckgrenze durch Kaltumformung

Die Wahl des Härtezustands bei A413 beeinflusst stark die Mikrostruktur und damit die Eigenschaftsausgewogenheit: Geglühte Zustände bieten die beste Duktilität und Umformbarkeit, während T6/T651 die Streck- und Zugfestigkeit auf Kosten der Dehnung maximieren. Die Temperaturen und Zeiten der künstlichen Alterung (T5 vs. T6) steuern Größe und Verteilung der Ausscheidungen in Al–Si–Cu-Varianten, weshalb Konstrukteure die geforderten Leistungsanforderungen nach dem Einsatz und eventuelle Nachbearbeitungen wie Schweißen berücksichtigen müssen.

Der metallurgische Zustand steht außerdem im Wechselspiel mit Bauteildicke und Gießverfahren: Dünne Querschnitte erreichen den gewünschten Härtezustand während der Wärmebehandlung gleichmäßiger, während dickere Gussteile längere Lösungsglühzeiten erfordern oder gröbere Eutektika aufweisen können, die die Effektivfestigkeit verringern. Die Härtezustandsauswahl ist somit eine vielschichtige Entscheidung, gekoppelt an Bauteilgeometrie, erforderliche Dauerfestigkeit und nachgelagerte Fertigungsschritte.

Chemische Zusammensetzung

Element Prozentbereich Hinweise
Si 9,0–13,0 Primäres Festigungselement und Verflüssigungsförderer; steuert Eutektikanteil und reduziert Schrumpfung
Fe 0,4–1,5 Bildet eisenhaltige Intermetallische Phasen (β-Al5FeSi); beeinträchtigt Duktilität und Dauerfestigkeit
Mn 0,2–0,8 Modifiziert Eisen-Intermetallische; verbessert heiße Rissbeständigkeit und erhöht Festigkeit leicht
Mg 0,1–0,6 Ermöglicht Al–Mg–Si/Cu-Ausscheidungen und damit Alterungshärtung
Cu 1,0–3,0 Hauptverantwortlich für Ausscheidungshärtung und erhöhte Festigkeit nach T6-Wärmebehandlung
Zn ≤0,3 Geringfügig, meist begleitend; höhere Zn-Gehalte können Festigkeit leicht erhöhen, aber Korrosionsbeständigkeit mindern
Cr ≤0,25 Steuert und stabilisiert Kornstruktur während thermischer Zyklen
Ti ≤0,2 Korngrößenverfeinerer in Guss und Extrusionen
Andere ≤0,15 Gesamt Spurenelemente (Ni, Pb, Sn) meist limitiert; bestimmte Verunreinigungen können Zerspanbarkeit und Gießbarkeit beeinflussen

Die chemische Zusammensetzung von A413 ist so ausgelegt, dass die Silizium-getriebene Gießbarkeit priorisiert wird, während gleichzeitig Kupfer und Magnesium in Mengen vorhanden sind, die Ausscheidungshärtung im wärmebehandelten Zustand ermöglichen. Silizium steuert Fließfähigkeit und Eutektikmorphologie; Kupfer und Magnesium ermöglichen T6-artige Festigkeitssteigerung durch feine Ausscheidungen bei Alterung. Eisen und andere Verunreinigungen neigen zur Bildung spröder Phasen, die Bruchzähigkeit und Dauerfestigkeit reduzieren, weshalb strenge Kontroll- und Ausschlusstechniken während Schmelzen und Gießen die Bauteilleistung verbessern.

Mechanische Eigenschaften

A413 zeigt ein breites Spektrum an Zugverhalten, das stark vom Härtezustand und der Gießqualität abhängt. Im geglühten/gegossenglühten (O) Zustand sind die Zugfestigkeiten moderat bei relativ hoher Dehnung, bedingt durch eine feinkörnige Aluminium-Matrix und duktil geformtes eutektisches Silizium. Nach Lösungsglühen und Alterung (T6-ähnliche Sequenzen) erhöhen Kupfer- und Magnesium-Ausscheidungen Streck- und Zugfestigkeit erheblich, jedoch wird die Duktilität reduziert und die Zähigkeit kann durch Gießfehler und Porosität sensibel werden.

Die Streckgrenze steigt typischerweise vom niedrigen Plateau im geglühten Zustand auf deutlich höhere Werte nach Alterung; das genaue Ausmaß hängt vom Kupfergehalt und den Alterungsparametern ab. Die Härte korreliert mit den Zugwerten und kann als schneller Indikator der Härtezustandsgleichmäßigkeit auf dem Fertigungsboden genutzt werden. Die Dauerfestigkeit ist stark abhängig von Oberflächenbeschaffenheit, Porositätsgrad und dem Vorhandensein grober Intermetallischer Phasen; das Gießen von A413 erfordert daher eine sorgfältige Prozesskontrolle, um eine robuste Dauerfestigkeit zu gewährleisten.

Dickenabhängige Effekte sind wesentlich: Dickere Querschnitte kühlen langsamer ab, was gröbere Si-Partikel und größere Intermetallische Phasen begünstigt, die im Vergleich zu dünnwandigem Guss oder Extrusionen Festigkeit und Dehnung reduzieren. Bearbeitungseinflüsse und thermische Belastungen durch Schweißen können das gealterte Gefüge lokal aufweichen, so dass Nachbehandlungen oder konstruktive Maßnahmen erforderlich sind.

Eigenschaft O/Geglüht Wichtiger Härtezustand (T6) Hinweise
Zugfestigkeit (UTS) 140–220 MPa (typisch) 300–380 MPa (typisch) Breites Spektrum, abhängig von Gießqualität, Dicken und Cu/Mg-Gehalt
Streckgrenze (0,2 % Rp0,2) 70–140 MPa 200–300 MPa T6 liefert den größten Zuwachs der Streckgrenze durch Ausscheidungshärtung
Dehnung (in 50–200 mm Messlänge) 8–20% 2–8% Duktilität nimmt nach Alterung deutlich ab; dünne Bereiche zeigen höhere Dehnung
Härte (HB) 30–60 HB 80–120 HB Brinell-Härte korreliert mit Alterungszustand und Siliziummorphologie

Physikalische Eigenschaften

Eigenschaft Wert Hinweise
Dichte 2,68–2,72 g/cm³ Typische Aluminiumdichte, leicht abhängig vom Legierungsgehalt
Schmelzbereich ~575–615 °C (Solidus bis Liquidus typisch) Eutektische Al–Si-Legierungen besitzen niedrigeren Solidus und profitieren von engem Erstarrungsbereich beim Gießen
Wärmeleitfähigkeit 120–180 W/m·K (ca.) Reduziert gegenüber reinem Aluminium durch Si- und Cu-Zusätze; dennoch für viele thermische Anwendungen geeignet
Elektrische Leitfähigkeit 25–45 % IACS (ca.) Niedriger als reines Aluminium wegen Streuung an Si- und Cu-Atomen
Spezifische Wärmekapazität ~880–910 J/kg·K Vergleichbar mit umgeformten Aluminiumlegierungen; relevant für Wärmekapazitätsberechnungen
Wärmeausdehnung 21–24 µm/m·K (20–200 °C) Typischer Ausdehnungskoeffizient für Al–Si-Legierungen; bei Baugruppen mit unterschiedlichen Werkstoffen zu beachten

A413 behält viele der günstigen physikalischen Eigenschaften von Aluminium bei: geringe Dichte und gute Wärmeleitfähigkeit verglichen mit vielen konstruktiven Metallen. Die Siliziumzugabe reduziert die elektrische und thermische Leitfähigkeit gegenüber hochreinem Aluminium, verbessert aber Gießbarkeit und Maßhaltigkeit während der Erstarrung. Das Schmelz- und Erstarrungsverhalten, gesteuert durch das Al–Si-Phasendiagramm, macht diese Legierung gut geeignet für Druckgießen, Sandgießen und andere flüssigmetallbasierte Umformverfahren.

Die Wärmeausdehnung von A413 muss in Baugruppen mit unterschiedlichen Werkstoffen berücksichtigt werden, besonders bei häufigen thermischen Zyklen. Wärmekapazitäts- und Leitfähigkeitswerte machen A413 attraktiv für Bauteile, die Wärmestreuung bei gleichzeitig angemessener mechanischer Festigkeit nach Wärmebehandlung erfordern.

Produktformen

Form Typische Dicke/Größe Festigkeitsverhalten Gängige Zustände Hinweise
Blech 0,5–6 mm Moderat (abhängig von der Verarbeitung) O, H14, T6 Schmiedeverarbeitung erforderlich bei dünnen Stärken; oft begrenzt bei hoch-Si-Legierungen
Platte 6–50+ mm Variabel; dickere Platten neigen zu groberer Gefügestruktur O, T6 Platten werden verwendet, wenn Gussstücke nicht erforderlich sind; Dicke beeinflusst das Ansprechverhalten auf Wärmebehandlung
Strangpressprofil 2–60 mm Querschnitte Gut, wenn Legierung für Strangpressen optimiert ist O, T6, T651 Modifikationen für Strangpressen erforderlich (Ti-, Mg-Kontrolle); gut geeignet für Strukturprofile
Rohr 1–25 mm Wandstärke Abhängig vom Umformverfahren O, T6 Nahtlose oder geschweißte Rohre möglich; Wärmebehandlung zur Festigkeitssteuerung eingesetzt
Stab/Draht ≤200 mm Durchmesser Schmiedestäbe zeigen bessere mechanische Konsistenz O, T6 Verwendung für Zerspanungsrohlinge und Schmiedestücke; Kornkontrolle durch thermomechanische Bearbeitung

Die Produktform beeinflusst stark die erreichbare Mikrostruktur und damit das mechanische Verhalten. Gussstücke sind die gebräuchlichste Form für hochsiliziumhaltigen A413 und profitieren von der Verbesserung der Gießflüssigkeit und der Verminderung der Schrumpfung durch Silizium, während Schmiedeprodukte (Strangpressprofile, Platten) Anpassungen der Zusammensetzung für Warmumformbarkeit und Kornkontrolle erfordern. Wärmebehandlungsprotokolle und mechanische Bearbeitungen (Walzen, Strecken) variieren je nach Form; Konstrukteure müssen Restspannungen, Porosität in Gussstücken und Anisotropie in stranggepressten Profilen berücksichtigen.

Die Auswahl der Produktform wird häufig durch Bauteilgeometrie und Produktionsvolumen vorgegeben: Druckguss für komplexe dünnwandige Formen, Sandguss für schwere oder kleinvolumige Teile sowie Strangpressen/Schmieden für lange Profile, bei denen Oberflächenqualität und Maßtoleranzen entscheidend sind. Jede Form hat spezifische Prüf- und Qualitätskontrollanforderungen, um Gussfehler zu minimieren und vorhersehbare mechanische Eigenschaften zu gewährleisten.

Äquivalente Werkstoffbezeichnungen

Norm Werkstoff Region Hinweise
AA A413 USA Aluminium Association-ähnliche Bezeichnung für die Al–Si–Cu-Familie; wird als Handelskennung verwendet
EN AW AlSi12Cu (ca.) Europa Gängige EN-Bezeichnung für vergleichbare Zusammensetzung im Druckguss und allgemeinen Guss
JIS ADC12 (ca.) Japan ADC12 ist eine weitverbreitete japanische Druckgusslegierung mit ähnlicher Zusammensetzung und Eigenschaften
GB/T AlSi12Cu (ca.) China Chinesische Normen verwenden Al–Si–Cu-Nomenklatur; ähnliche Gusspraktiken und Zustandsdefinitionen

Die Äquivalenz zwischen den Normen ist nur annähernd, da jede Organisation leicht unterschiedliche Elementgrenzen und zulässige Verunreinigungen sowie verschiedene Verarbeitungs- und Prüfvorschriften vorgibt. Für kritische Anwendungen sollten Ingenieure zertifizierte chemische Analysen, Wärmebehandlungspläne und mechanische Prüfzertifikate vergleichen und sich nicht ausschließlich auf nominale Werkstoffnamen verlassen. Unterschiede bei erlaubtem Eisen-, Mangan- und Spurenelementgehalt können Ermüdungs- und Bruchverhalten erheblich beeinflussen.

Korrosionsbeständigkeit

A413 bietet allgemein eine gute atmosphärische Korrosionsbeständigkeit aufgrund der schützenden Aluminiumoxidschicht; der Siliziumgehalt beeinträchtigt die allgemeine Korrosionsbeständigkeit nicht signifikant. In leicht korrosiven Industrieatmosphären verhält sich die Legierung vergleichbar mit anderen Al–Si-Familien, allerdings kann ein erhöhter Kupfergehalt lokal galvanische Effekte fördern und die Beständigkeit gegen Lochfraß in chloridhaltigen Umgebungen verringern.

Marine Einsatzbedingungen stellen größere Herausforderungen dar: das Risiko von Lochfraß und Spaltkorrosion durch Chloride ist besonders unter gealterten oder anodisch aktiven Bedingungen erhöht. Kupferhaltige Aluminiumlegierungen sind gegenüber lokalem Angriff schneller anfällig als kupferarme Legierungen; deshalb werden Schutzbeschichtungen, Eloxieren oder kathodischer Schutz für dauerhaften Marineeinsatz häufig empfohlen. Die Konstruktion zur Entwässerung, Minimierung von Spalten und die Spezifikation schützender Oberflächen verbessern die Lebensdauer wesentlich.

Spannungskorrosionsrisse (SCC) treten bei Al–Si–Cu-Gusslegierungen seltener auf als bei bestimmten hochfesten Al–Zn–Mg-Legierungen, jedoch können zugbeanspruchte, sensibilisierte Bereiche (z.B. Wärmeeinflusszone beim Schweißen mit Restzugspannungen) in aggressiven Chloridumgebungen anfällig sein. Galvanische Wechselwirkungen mit fremden Metallen sind zu beachten: in direktem Kontakt mit Edelstahl ist der galvanische Effekt gering, bei Kontakt mit Baustahl korrodiert Aluminium bevorzugt, sofern keine Beschichtungen oder Isolatoren verwendet werden.

Im Vergleich zu anderen Legierungsfamilien bietet A413 eine bessere Gießbarkeit und thermische Leistungsfähigkeit auf Kosten der höchstmöglichen Korrosionsbeständigkeit; Legierungen der 5xxx-Serie (z.B. 5052) haben bessere marine Korrosionsbeständigkeit, während die 6xxx-Serie nach dem Eloxieren ein anderes Verhältnis von Festigkeit und Korrosionsverhalten bietet.

Fertigungseigenschaften

Schweißbarkeit

Das Schweißen von A413 ist mit Standard-TIG- und MIG/GMAW-Verfahren möglich, wenn geeignete Zusatzwerkstoffe (Al-Si- oder Al-Si-Cu-Legierungen) verwendet werden, um die Eigenschaften des Grundwerkstoffs zu ergänzen. Eine sorgfältige Steuerung der Wärmeeinbringung ist kritisch, um Porosität zu minimieren und die Erweichung der Wärmeeinflusszone im T6-Zustand zu reduzieren; Vor- und Nachwärmen kann bei sicherheitsrelevanten Bauteilen erforderlich sein. Die Rissneigung ist wegen des siliziumreichen Eutektoids moderat; die Verwendung von sauberem Grundmaterial und kontrolliertes Fügen vermindern die Anfälligkeit.

Zerspanbarkeit

Der relativ hohe Siliziumgehalt in A413 führt zu abrasiven Phasen, die Werkzeugverschleiß erhöhen, aber zugleich ein günstiges Spanbruchverhalten und gute Maßhaltigkeit fördern. Die typische Zerspanbarkeit wird als moderat eingestuft: Hartmetallwerkzeuge und steife Maschinen mit konservativen Schnittgeschwindigkeiten werden empfohlen, um hohe Spanvolumina zu erzielen. Kühlmittel und Spanabfuhr sind wichtig, um Aufbauschneiden zu vermeiden und Oberflächengüte zu sichern; Beschichtungen oder Hartmetallsorten, die für Aluminium-Silizium-Legierungen optimiert sind, sind bevorzugt.

Umformbarkeit

Die beste Umformbarkeit zeigen weichgeglühte Zustände; die Kaltumformung hochsiliziumhaltiger Legierungen ist durch die spröde Natur des groben eutektoiden Siliziums und intermetallischer Partikel begrenzt. Die Biegeradien sollten gegenüber duktilen 5xxx-Legierungen vergrößert werden, um Rissbildungen zu vermeiden; Vorwärmen und Warmumformen kann die Verformbarkeit bei komplexen Formen verbessern. Bei geschmiedeten Varianten ermöglichen H-Zustände eine Umformung bei Raumtemperatur, während T6-Bauteile meist nur durch begrenzte, schrittweise Umformungen oder Rekristallisationsglühen bearbeitet werden können.

Wärmebehandlungsverhalten

A413 verhält sich als wärmebehandelbare Al–Si–Cu-Legierung, wenn Kupfer- und Magnesiumgehalte ausreichend für Ausscheidungshärtung sind. Die Lösungsglühung erfolgt typischerweise bei etwa 500–540 °C, um lösliche Phasen aufzulösen und das Gefüge zu homogenisieren, gefolgt von schnellem Abschrecken zur Erhaltung einer übersättigten festen Lösung. Das künstliche Altern (T5- oder T6-Zustand) bei 150–200 °C führt zur Ausscheidung feiner Cu- und Mg-reicher Phasen, die die Festigkeit erhöhen; die Alterungszeit steuert den Spitzfestigkeitswert gegen Überalterungsempfindlichkeit.

T5 wird oft bei Gussteilen verwendet, wo das Material aus dem Gusszustand ohne vollständige Lösungsglühung künstlich gealtert wird; dies ergibt moderate Festigkeit bei besserer Maßstabilität. T6 umfasst vollständige Lösungsglühung, Abschrecken und anschließendes Altern und erzielt die höchstmögliche praktische Festigkeit der Legierung, erfordert jedoch genaue Kontrolle zur Vermeidung von Verzug und thermischen Spannungen. Überalterung reduziert die Festigkeit, verbessert aber Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit; in manchen Anwendungen wird deshalb gezielt überaltert, um Lebensdauer auf Kosten der Spitzfestigkeit zu erhöhen.

Bei nicht wärmebehandelbaren Varianten oder wenn thermische Zyklen unpraktisch sind, bleiben Kaltverfestigung (H-Reihe) und Glühen (O-Zustand) die wesentlichen Methoden zur Eigenschaftsbeeinflussung. Das Glühen entfernt Eigenspannungen und stellt Duktilität wieder her, während kontrollierte Kaltumformung moderate Festigkeitszunahmen ohne Änderung der chemischen Zusammensetzung ermöglicht.

Hochtemperatureigenschaften

A413 verliert mit steigenden Einsatztemperaturen oberhalb typischer Umgebungstemperaturen zunehmend an Festigkeit; Langzeitgebrauch oberhalb von ca. 150–200 °C beschleunigt das Kornwachstum der Ausscheidungen und reduziert Streck- und Zugfestigkeit. Thermische Belastung nahe der Lösungsglüh-Temperatur verändert die mechanischen Eigenschaften erheblich und kann zu dauerhafter Erweichung führen, daher sind thermische Grenzwerte bei der Konstruktion zu beachten.

Oxidation stellt normalerweise keine Begrenzung dar, da Aluminium eine dünne, schützende Al2O3-Schicht bildet, aber erhöhte Temperaturen beschleunigen die Oxidschichtbildung und können den thermischen Kontaktwiderstand verändern. Wärmeeinflusszonen um Schweißnähte sind besonders weich und anfällig bei Hochtemperatureinsatz; daher sollten Nachbehandlungen oder mechanische Maßnahmen für Hochtemperatureinsatz erwogen werden.

Die Kriechbeständigkeit von A413 ist im Vergleich zu Hochtemperatur-Aluminiumlegierungen begrenzt; für dauerhafte Hochtemperaturanwendungen sollten Alternativlegierungen mit konstruktiv verbesserter Kriechfestigkeit oder metallische Ersatzwerkstoffe geprüft werden. Kurzzeitige Temperaturspitzen sind meist tolerierbar, sofern ausreichende Sicherheitsreserven eingeplant sind.

Anwendungsbereiche

Branche Beispielkomponente Warum A413 verwendet wird
Automobilindustrie Getriebegehäuse, Pumpengehäuse Gute Gießbarkeit, Maßhaltigkeit und wärmebehandelbare Festigkeit
Schifffahrt Ventilgehäuse, Armaturen Annehmbare Korrosionsbeständigkeit und gute Gießproduktivität mit Schutzbeschichtungen
Luft- und Raumfahrt (sekundär) Befestigungen, Gehäuse, nicht tragende Strukturen Günstiges Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht und Wärmeleitfähigkeit für sekundäre Strukturen
Elektronik Kühlkörper, Gehäuse Wärmeleitfähigkeit und einfache Herstellung komplexer Formen durch Gießen
Haushaltsgeräte Kompressorgehäuse, Motorhalterungen Kosteneffektives Gießen und Festigkeit nach der Wärmebehandlung durch T5/T6 Ausscheidungshärtung

A413 wird für Bauteile ausgewählt, die komplexe Formen erfordern, welche wirtschaftlich durch Gießen oder Strangpressen hergestellt werden können, und die nachträgliche Wärmebehandlung zulassen, um die erforderlichen mechanischen Eigenschaften zu erzielen. Es bietet eine ausgewogene Kombination aus Fertigungsfreundlichkeit und thermischer Leistungsfähigkeit,

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