Aluminium 7030: Zusammensetzung, Eigenschaften, Zustandsübersicht & Anwendungen

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Umfassender Überblick

Die Legierung 7030 ist eine Aluminiumlegierung der 7xxx-Serie und gehört zur Zn-Mg-Cu-Familie der hochfesten, wärmebehandelbaren Legierungen. Sie wurde für Anwendungen entwickelt, die ein hohes Festigkeitsgewicht-Verhältnis in Kombination mit akzeptabler Bruchzähigkeit und Ermüdungsbeständigkeit erfordern. Die Hauptlegierungselemente sind typischerweise Zink als primäres Festigungselement, Magnesium und Kupfer zur Bildung von ausscheidungshärtenden Ausscheidungen sowie geringe Zusätze von Chrom oder Titan zur Kornkontrolle und Rekristallisationsbeständigkeit. Der Festigungsmechanismus basiert hauptsächlich auf Ausscheidungshärtung (Vergüten) nach Lösungsglühen und Abschrecken, wobei die Eigenschaften durch künstliches Altern und Spannungsarmglühen einstellbar sind.

Wesentliche Eigenschaften von 7030 sind hohe Zug- und Streckgrenzen in den max. gealterten Zuständen, moderate bis gute Ermüdungseigenschaften bei sachgemäßer Verarbeitung und typische Kompromisse der 7xxx-Serie bei vermindertem allgemeinen Korrosionsschutz im Vergleich zu 5xxx/6xxx-Legierungen, sofern nicht überaltert zur Spannungskorrosionsrissbeständigkeit. Die Schweißbarkeit ist im Vergleich zu nicht wärmebehandelbaren Legierungen eingeschränkt aufgrund von HAZ-Erweichung und potenziellen Heißrissen; die Umformbarkeit ist im geglühten Zustand gut, nimmt jedoch in den max. gealterten Zuständen deutlich ab. Typische Anwendungsbranchen für 7030 sind Strukturbauteile in der Luft- und Raumfahrt, Hochleistungsfahrzeugrahmen und Spezial-Sportgeräte, bei denen das Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht und das Ermüdungsverhalten entscheidend sind.

Ingenieure wählen 7030 gegenüber anderen Legierungen, wenn ein ausgewogenes Verhältnis von sehr hoher Festigkeit mit besserer Rissbeständigkeit und Zähigkeitskontrolle gegenüber einigen höherfesten 7xxx-Varianten benötigt wird. Die Legierung wird gegenüber niedrigfesteren Legierungen bevorzugt, wenn eine Gewichtsreduzierung ohne den Einsatz fortschrittlicher Verbundwerkstoffe erforderlich ist, und gegenüber anderen 7xxx-Graden, wenn Lieferanten das Temper anpassen können, um eine optimierte Balance zwischen SCC-Beständigkeit und Spitzfestigkeit zu erreichen.

Tempervarianten

Temper Festigkeitsniveau Dehnung Umformbarkeit Schweißbarkeit Bemerkungen
O Niedrig Hoch (20–35%) Sehr gut Sehr gut Vollständig geglüht; beste Umformbarkeit
T4 Moderat Moderat (10–20%) Gut Schlecht–Moderat Natürlich gealtert nach Abschrecken; mittlere Festigkeit
T6 Hoch Niedrig–Moderat (6–12%) Begrenzt Schlecht Lösungsglühen und künstliches Altern für maximale Festigkeit
T651 Hoch Niedrig–Moderat (6–12%) Begrenzt Schlecht T6 mit spannungsarmgelenktem Dehnen; gebräuchlich für Strukturbauteile
T7x (z. B. T73/T76) Moderat–Hoch Moderat (10–18%) Besser als T6 Schlecht Überalterte Tempers zur Verbesserung der Korrosions- und Spannungskorrosionsrissbeständigkeit
H1x / H2x Variabel Variabel Variabel Variabel Kaltverfestigte Tempers; weniger gebräuchlich für 7xxx-Legierungen

Die Wahl des Tempers beeinflusst die Leistungsfähigkeit von 7030 stark: Der geglühte Zustand O bietet die beste Umformbarkeit und höchste Dehnung für Stanz- und Umformprozesse, während T6/T651 die statische Festigkeit auf Kosten von Duktilität und Umformbarkeit maximiert. Überalterte Tempers wie T73 oder T76 werden gewählt, wenn erhöhte Beständigkeit gegen Spannungskorrosionsrisse und verbesserte schichtweise Korrosionsbeständigkeit gefordert sind, was aber mit einer Verringerung der maximalen Streck- und Zugfestigkeit gegenüber T6 einhergeht.

Chemische Zusammensetzung

Element % Bereich Bemerkungen
Si max. 0,10 Verunreinigung; kontrolliert zur Begrenzung spröder Intermetallische
Fe max. 0,50 Intermetallbildner; erhöht Festigkeit leicht, reduziert Zähigkeit
Mn max. 0,05 Geringer Entoxidator; meist sehr niedrig in 7xxx-Familie
Mg 2,0–3,0 Hauptalterungselement; bildet MgZn2-Ausscheidungen mit Zn
Cu 1,0–2,0 Erhöht Festigkeit und Härte; beeinflusst Korrosion und Zähigkeit
Zn 5,5–7,0 Wesentliches Legierungselement für Festigung in 7xxx-Serie
Cr 0,05–0,25 Mikrolegierung zur Kornfeinung und Verbesserung der Rekristallisationsbeständigkeit
Ti 0,02–0,15 Kornfeiner für Guss und Barrenverarbeitung
Andere Rest Al; Rückstände je <0,15 Spurenelemente und verarbeitungsabhängige Rückstände

Die Leistungsfähigkeit der Legierung 7030 wird durch das Zusammenwirken von Zn, Mg und Cu während Lösungsglühen, Abschrecken und Altern bestimmt, wobei fein verteilte MgZn2 (η') und verwandte Phasen ausfällen und hohe Festigkeit verleihen. Kupfer erhöht die erreichbare Härte und Festigkeit, geht aber teilweise zu Lasten der Korrosionsbeständigkeit und Schweißbarkeit. Chrom und Titan werden in Mikrolegierungsgehalten eingesetzt, um die Kornstruktur zu kontrollieren und unerwünschte Rekristallisation während der thermomechanischen Bearbeitung zu unterdrücken.

Mechanische Eigenschaften

Das Zugverhalten von 7030 ist typisch für hochfeste, wärmebehandelbare Aluminiumlegierungen: Es zeigt signifikante Steigerungen von Streck- und Zugfestigkeit durch künstliches Altern, während die Bruchdehnung abnimmt. In max. gealterten Zuständen besitzt die Legierung eine relativ hohe elastische Grenze und eine schmale Streckgrenze mit duktilen Bruchmechanismen, die durch transkristallines duktiles Reißen und Koaleszenz von Hohlräumen geprägt sind, wenn für optimale Bruchzähigkeit verarbeitet. Die Ermüdungsfestigkeit ist im Vergleich zu vielen Aluminiumlegierungen gut, sofern eine enge Prozesskontrolle erfolgt, jedoch sensibel gegenüber Oberflächenbeschaffenheit und durch Bearbeitung oder Umformung induzierten Restzugspannungen.

Streck- und Zugfestigkeiten sind empfindlich gegenüber Bauteildicke und Abkühlrate nach Lösungsglühen; dickere Querschnitte können wegen langsamer Abkühlung weichere Mikrostrukturen behalten, was zu geringerer Festigkeit und geänderter Ermüdungslebensdauer führt. Die Härte steigt während des Alterns deutlich von der lösungsgeglühten Basis bis zum Maximum; bei Überalterung sinken Härte und Festigkeit wieder, um die Korrosionsbeständigkeit zu verbessern. Eine korrekte thermomechanische Verarbeitung, inklusive kontrolliertem Abschrecken und künstlichem Altern, ist essenziell, um eine reproduzierbare Balance aus Festigkeit, Duktilität und Ermüdungsleistung zu erreichen.

Eigenschaft O/Geglüht Wichtiger Temper (z. B. T6/T651) Bemerkungen
Zugfestigkeit 210–260 MPa 520–580 MPa Typische Spitzenwerte; Abweichungen durch Dicke und Hersteller möglich
Streckgrenze 70–130 MPa 480–520 MPa Steigerung stark durch Altern; mit Querschnittsschwankungen
Dehnung 20–35% 6–12% Dehnung sinkt mit steigender Festigkeit; Umformbarkeit in Spitzenzuständen eingeschränkt
Härte (HB) 40–60 HB 150–170 HB Ungefähre Brinellhärte, korreliert mit Festigkeitsbereichen

Physikalische Eigenschaften

Eigenschaft Wert Bemerkungen
Dichte ~2,78 g/cm³ Typisch für hochfeste, gewalzte Al-Zn-Mg-Cu-Legierungen
Schmelzbereich ~490–640 °C Solidus- und Liquidus-Temperaturen variieren mit Zusammensetzung und Verunreinigungen
Wärmeleitfähigkeit ~130–160 W/m·K Geringer als bei reinem Aluminium; abhängig von Temper und Legierungselementen
Elektrische Leitfähigkeit ~30–40 % IACS Durch Legierungselemente reduziert; abhängig von Temper und Kaltverfestigung
Spezifische Wärmekapazität ~0,90 J/g·K (900 J/kg·K) Typischer Wert bei Raumtemperatur
Thermische Ausdehnung ~23–24 µm/m·K Linearer Wärmeausdehnungskoeffizient im Bereich 20–100 °C

Die Dichte von 7030 ermöglicht im Vergleich zu Stahl und einigen Titanlegierungen ein günstiges Festigkeitsgewicht-Verhältnis und somit ein leichtes Strukturdesign. Thermische und elektrische Leitfähigkeiten sind gegenüber reinem Aluminium aufgrund von Legierungselementen und Ausscheidungen vermindert, was in thermischen Managementanwendungen berücksichtigt werden muss. Der Schmelzbereich und der Wärmeausdehnungskoeffizient sind wichtige Kenngrößen für Schmiede-, Schweiß- und maßhaltige Konstruktionen, insbesondere wenn Bauteile aus unterschiedlichen Werkstoffen verbunden werden.

Produktformen

Form Typische Dicke/Größe Festigkeitsverhalten Übliche Zustände Hinweise
Blech 0,3–6,0 mm Festigkeit abhängig vom Zustand und Blechdicke; dünne Dicken härten schneller aus O, T4, T6, T651 Verwendet für Verkleidungen, Außenhaut und geformte Bauteile
Platte 6–200+ mm Festigkeit bei starken Querschnitten reduziert durch Abschreckempfindlichkeit T6, T7, T651 Strukturbauteile und große bearbeitete Komponenten
Strangpressprofil Wandstärke variabel; Profile bis mehrere hundert mm Alterungs- und Abschreckverhalten entscheidend für lange Abschnitte T6, T651 Komplexe Profile für Rahmen und Versteifungen
Rohr Durchmesser mm–Meter; Wandstärke variabel Ähnlich wie bei Strangpressprofilen; mechanische Eigenschaften abhängig von Umformung T6, T651 Hochfeste Rohre für Fahrwerksverbindungen oder Stützen
Stab/Rundstahl Durchmesser mm–100 mm Homogene Gefügestruktur erforderlich für ermüdungsbelastete Teile T6, T651 Verwendet für Befestigungselemente, Bolzen und bearbeitete Befestigungsteile

Formfaktor und Fertigungsweg beeinflussen Abschreckgeschwindigkeit, Korngröße und Eigenspannungen, welche wiederum die erreichbare Festigkeit und Zähigkeit bei 7030 beeinflussen. Bleche und dünne Strangpressprofile lassen sich aufgrund der schnellen Abschreckbarkeit leichter in Spitzenzustände bringen, während dicke Platten und schwere Sektionen maßgeschneiderte Abkühlprogramme und teilweise Überalterung erfordern, um abschreckbedingte Eigenspannungen zu reduzieren und die Beständigkeit gegen Spannungsrisskorrosion (SCC) zu verbessern.

Äquivalente Werkstoffe

Norm Werkstoff Region Hinweise
AA 7030 USA Branchenbezeichnung für die Legierungsfamilie; Zusammensetzungsgrenzen können je nach Lieferant variieren
EN AW 7030 Europa Oft als EN AW‑7030 in europäischen Normen angegeben
JIS Kein direktes Äquivalent Japan Kein exaktes JIS-Pendant; funktionale Vergleiche erfolgen mit hochfesten 7xxx-Serien
GB/T Kein direktes Äquivalent China Chinesische Normen nutzen andere 7xxx-Bezeichnungen; Lieferzertifikate beachten

Eine direkte Gegenüberstellung zwischen nationalen Normen ist eingeschränkt, da 7030 eine spezifische Zusammensetzung innerhalb der breiteren 7xxx-Familie darstellt und nicht jeder Normenausschuss eine exakte Entsprechung liefert. Bei internationaler Beschaffung sollten Ingenieure die chemischen und mechanischen Grenzwerte, Zustandsbezeichnungen und Wärmebehandlungsanforderungen vergleichen, anstatt sich ausschließlich auf die Nummernbezeichnung der Werkstoffe zu verlassen.

Korrosionsbeständigkeit

Die atmosphärische Korrosionsbeständigkeit von 7030 ist moderat und typischerweise geringer als bei 5xxx- oder 6xxx-Legierungen, bedingt durch den hohen Zink- und Kupfergehalt, der lokal begrenzte Korrosionsformen begünstigt. Unter neutralen Atmosphären mit geeigneter Zustandsauswahl und Oberflächenbehandlung (Chromat-Konversionsschichten, Eloxieren oder Schutzbeschichtungen) ist die Leistung für viele exponierte Bauwerke akzeptabel, während salzhaltige oder industrielle Atmosphären Lochfraß und Ablösungen beschleunigen. Überalterung in T7-Zuständen und der Einsatz von Schutzbehandlungen sind gängige Maßnahmen zur Verbesserung des Langzeitverhaltens.

In marinen Umgebungen zeigt 7030 Anfälligkeit für Loch- und Spaltkorrosion, insbesondere in chloridreichen Medien ohne Schutz; Opferanodenbeschichtungen oder kathodischer Schutz sind für Langzeiteinsatz oft erforderlich. Spannungsrisskorrosion (SCC) ist ein bedeutendes Problem für 7xxx-Legierungen: Spitzenverfestigte T6/T651-Zustände sind unter Zugbeanspruchung in korrosiven Umgebungen anfälliger für SCC, während T7-überalterte Zustände einen Kompromiss zwischen reduzierter Festigkeit und deutlich verbesserter SCC-Beständigkeit darstellen. Galvanische Wechselwirkungen mit edleren Metallen (z. B. Edelstahl, Kupferlegierungen) können lokale Korrosion verstärken; isolierende Zwischenlagen oder konstruktive Trennung sind empfehlenswert, um beschleunigte Angriffe zu vermeiden.

Im Vergleich zu 6xxx (Al-Mg-Si)-Legierungen erfordert 7030 meist zusätzliche Korrosionsschutzmaßnahmen für Langzeitbelastung; gegenüber 7075 und anderen hochfesten 7xxx-Varianten bestimmen Kupfer- und Zinkgehalte sowie die Wärmebehandlungsstrategie die relative SCC- und Ablösungskorrosionsbeständigkeit, weshalb werkstoffspezifische Daten und Qualifikationsprüfungen unerlässlich sind.

Fertigungseigenschaften

Schweißbarkeit

Das Schweißen von 7030 erfordert Vorsicht; Lichtbogenschweißen (TIG/MIG) führt häufig zu ausgeprägtem Weichwerden im Wärmeeinflussbereich (HAZ) und vermindert lokale Festigkeit durch Auflösung der Ausscheidungsverstärkung und unzureichende Nachausscheidung beim Abkühlen. Die Gefahr von Heißrissen ist bei 7xxx-Legierungen erhöht wegen niedrigschmelzender Komponenten im Schweißnahtbereich und hoher Erstarrungsspannungen; Vorwärmen ist meist nicht effektiv zur Vermeidung von Rissen. Empfohlen wird, das Schweißen in tragenden Bereichen möglichst zu vermeiden oder mechanische Befestigungen zu verwenden; wenn Schweißen unvermeidbar ist, sollten kompatible Zusatzwerkstoffe (z. B. niedrigfester Al-Zn-Mg- oder Al-Mg-Schweißzusätze) und nachgeschaltete Wärmebehandlungen durch Versuche validiert werden.

Zerspanbarkeit

Die Zerspanbarkeit von 7030 in Spitzenzuständen ist im Vergleich zu anderen hochfesten Aluminiumlegierungen moderat bis gut. Werkzeuge aus Hartmetall oder beschichtetem Hartmetall werden mit hohen Schnittgeschwindigkeiten und moderaten Vorschüben eingesetzt, um eine akzeptable Oberflächenqualität zu erzielen; Spanbildung ist meist kontinuierlich und zäh, weshalb Maßnahmen zur Spanabführung erforderlich sind. Aufgrund der hohen Festigkeit ist der Werkzeugverschleiß größer als bei weicheren Al-Legierungen; der Einsatz von Kühlschmierstoffen zur Schmierung und Kühlung ist notwendig, um Maßhaltigkeit und Standzeit zu sichern.

Umformbarkeit

Die Umformbarkeit ist im geglühten O-Zustand am besten, wo kleine Biegeradien und tiefe Ziehoperationen aufgrund hoher Duktilität möglich sind. Kaltumformung in T4 oder T6 ist eingeschränkt und beruht auf großem Rückfederungsverhalten wegen hoher Streckgrenze; Biegeradien müssen größer gewählt und Prozesse an die verringerte Dehnung angepasst werden. Für höhere Festigkeiten nach der Umformung wird üblicherweise eine Lösungsglühung mit anschließendem Abschrecken und Alterung angewendet; für komplexe Geometrien sind Warmumformung oder inkrementelle Umformverfahren geeignet, um Rissbildung zu minimieren.

Wärmebehandlungsverhalten

Als wärmebehandelbare Legierung reagiert 7030 auf die klassische T-Zustandsfolge: Lösungsglühen zum Auflösen der Legierungselemente, schnelles Abschrecken zur Erhaltung einer übersättigten festen Lösung und kontrolliertes künstliches Altern zum Ausscheiden der Festigungspartikel. Die Lösungsglühtemperaturen liegen typischerweise im oberen Bereich von 460–480 °C, abhängig von der Wandstärke, und erfordern schnelles Abschrecken, um unerwünschte grobe Ausscheidungen zu vermeiden. Das künstliche Altern (z. B. T6) erfolgt bei mittleren Temperaturen (typischerweise 120–180 °C) mit optimierter Zeitdauer, um feine, kohärente η′-Ausscheidungen zu erzielen und die Festigkeit zu maximieren.

Übergänge im T-Zustand umfassen natürliches Altern (T4), bei dem Raumtemperaturfestigkeit entsteht, und Überalterung (T7x), wo höhere Temperaturen oder längere Alterungszeiten gröbere Ausscheidungen hervorrufen, die Korrosionsbeständigkeit und SCC-Verhalten auf Kosten der Höchstfestigkeit verbessern. Nach dem Lösungsglühen erfolgt häufig eine Dehnung oder Kaltverfestigung (T651), um Eigenspannungen zu reduzieren und Maßstabilität zu erhöhen; die spezifischen Zeit-Temperatur-Profile und Abschreckraten müssen an die Bauteildicke und den Zielzustand angepasst werden, um erwünschte oder unerwünschte Mikrostrukturen zu verhindern.

Leistung bei hohen Temperaturen

7030 verliert mit steigender Temperatur zunehmend Festigkeit aufgrund von Grobkornausbildung und Auflösung der Ausscheidungen; spürbare Festigkeitsminderung beginnt ab etwa 120 °C. Für kurzzeitige Temperaturobergrenzen behält die Legierung nützliche Eigenschaften, bei dauerhafter Beanspruchung oberhalb von ~100–120 °C sollten jedoch Alternativlegierungen oder spezialisierte Hochtemperaturbehandlungen erwogen werden. Das Oxidationsverhalten bei erhöhten Temperaturen ähnelt anderen Al-Zn-Mg-Cu-Legierungen und ist meist selbstlimitierend, jedoch können Schutzbeschichtungen in oxidierenden oder thermisch zyklischen Umgebungen notwendig sein.

Der Wärmeeinflussbereich neben Schweißnähten ist besonders empfindlich gegenüber Eigenschaftsverlusten durch Auflösung der Ausscheidungen und Überalterung; Konstrukteure müssen reduzierte lokale Festigkeiten und potenziell verringerte Ermüdungsfestigkeit in der Nähe hochtemperierter Zonen berücksichtigen. Für dauerhafte Hochtemperaturanwendungen oder kriechbeanspruchte Bauteile sind Aluminiumlegierungen der 7xxx-Familie generell nicht bevorzugt gegenüber luftfahrtspezifischem Titan oder hochtemperaturbeständigen Aluminiumbronzen.

Anwendungen

Branche Beispielkomponente Warum 7030 verwendet wird
Luft- und Raumfahrt Beschläge, Holme, Strukturstege Hohe spezifische Festigkeit und gute Bruchzähigkeit nach Verarbeitung
Automobilindustrie Fahrwerkskomponenten, Hochleistungsfahrgestelle Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht für Gewichtsreduzierung und dynamische Belastungen
Schiffbau Strukturelemente, Halterungen Bei Schutz bietet es Steifigkeit und Festigkeit für leichte Marinekonstruktionen
Sportartikel Hochleistungs-Fahrradrahmen, Schlägerrahmen Hohe Festigkeit und Ermüdungswiderstand für Performance-Ausrüstung
Elektronik Strukturträger, Gehäuse Mechanische Festigkeit bei vernünftiger Wärmeleitfähigkeit für bestimmte Gehäuse

7030 wird gewählt, wenn Konstrukteure eine hochfeste Aluminiumlegierung benötigen, die umgeformt oder bearbeitet und anschließend durch Wärmebehandlung auf einen erhöhten Festigkeitszustand gebracht werden kann. Häufig ersetzt sie schwerere Metalle, um Masse zu reduzieren. Die Legierung ist besonders wertvoll in tragenden Strukturbauteilen, wo spezifische Temperaturen beim Anlassen das gewünschte Gleichgewicht aus Festigkeit, Ermüdungsleistung und Korrosionsbeständigkeit ermöglichen.

Auswahlhinweise

Bei der Auswahl von 7030 sollten Anwendungen Priorität haben, die hohe Festigkeit in Kombination mit guter Ermüdungsbeständigkeit erfordern und in denen eine Wärmebehandlung nach der Umformung möglich ist. Berücksichtigen Sie die Verfügbarkeit in der Lieferkette sowie den Bedarf an spezifischen Zuständen (T651, T73), um Spannungsrisskorrosion (SCC) und Korrosionsziele zu erfüllen. Falls eine Schweißung in kritischen Bereichen erforderlich ist, sollte geprüft werden, ob eine schweißbare Alternative oder eine mechanische Verbindungslösung sinnvoller ist. Kosten und Verfügbarkeit von 7030 sind möglicherweise weniger günstig als bei gebräuchlicheren 6xxx- oder 5xxx-Legierungen, daher empfiehlt sich eine frühzeitige Abstimmung mit Lieferanten.

Im Vergleich zu kommerziell reinem Aluminium (z. B. 1100) tauscht 7030 elektrische und thermische Leitfähigkeit sowie Umformbarkeit gegen deutlich höhere Zug- und Streckfestigkeit ein; wählen Sie 7030, wenn strukturelle Steifigkeit und Festigkeit wichtiger sind als Leitfähigkeitsanforderungen. Im Vergleich zu kaltverfestigten Legierungen wie 3003 oder 5052 bietet 7030 eine viel höhere Höchstfestigkeit, jedoch typischerweise geringere allgemeine Korrosionsbeständigkeit und schlechtere Schweißbarkeit ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen. Gegenüber gängigen wärmebehandelbaren Legierungen wie 6061 oder 6063 ermöglicht 7030 höhere erreichbare Festigkeiten und ein überlegenes Festigkeits-Gewichts-Verhältnis für Strukturbauteile, erfordert jedoch strengere Kontrolle der Wärmebehandlung und Maßnahmen zum Korrosionsschutz.

Abschließende Zusammenfassung

Die Legierung 7030 bleibt für moderne Ingenieuranwendungen relevant, wenn hohe Festigkeit bei geringem Gewicht, gutes Ermüdungsverhalten und die Möglichkeit zur Eigenschaftsanpassung durch Wärmebehandlung gefordert sind. Ihr Einsatz wird dort optimiert, wo Konstrukteure Korrosionsschutz gewährleisten und umfangreiche Schmelzschweißungen in kritischen Bereichen vermeiden können. So liefert die Legierung Leistungs-vorteile in Luft- und Raumfahrt, Verkehrstechnik und Hochleistungs-Konsumprodukten.

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