Aluminium 6013: Zusammensetzung, Eigenschaften, Zustandsübersicht & Anwendungen

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Umfassender Überblick

Legierung 6013 gehört zur Aluminiumlegierungsserie 6xxx, die hauptsächlich auf Al-Mg-Si basiert und Zusätze enthält, die die Ausscheidungshärtung fördern. Sie enthält Silizium und Magnesium als zentrale ausscheidungshärtende Bestandteile sowie signifikante Kupfer- und Mangan-Zusätze im Vergleich zu üblichen 6xxx-Legierungen, was ihre Festigkeit, Zähigkeit und ihr Verhalten bei der Wärmebehandlung beeinflusst.

6013 ist eine wärmebehandelbare Legierung, deren primärer Festigungsmechanismus die Ausscheidungshärtung (Vergütung) durch Mg2Si-bezogene Ausscheidungen und kupferhaltige Phasen ist, die die maximale Festigkeit erhöhen und die Zähigkeit modifizieren. Sekundäre Beiträge stammen von kontrolliert verteilten Dispersoiden (Mn/Cr/Ti), welche die Kornstruktur verfeinern und die Widerstandsfähigkeit gegen Verformung und Bruchinitiierung verbessern.

Wesentliche Merkmale von 6013 sind eine höhere spezifische Festigkeit im Vergleich zu Basislegierungen der 6000-Serie, gute allgemeine Korrosionsbeständigkeit, typisch für Al-Mg-Si-Materialien, sowie eine angemessene Schweißbarkeit bei Verwendung geeigneter Verfahren und Zusatzwerkstoffe. Die Legierung bietet eine ausgewogene Kombination aus Umformbarkeit und Festigkeit, die sich für strukturelle Anwendungen im Automobilbau, sekundäre Luftfahrtstrukturen und präzise Industrieteile eignet, bei denen ein hohes Festigkeits-Gewichts-Verhältnis und Schadens- bzw. Zähigkeitsresistenz gefordert sind.

6013 wird bevorzugt eingesetzt, wenn bessere Höchstfestigkeit und Ermüdungsleistung als bei 6061 benötigt werden, bei gleichzeitig akzeptabler Umformbarkeit und Korrosionsbeständigkeit. Häufig wird sie gewählt, wenn Bauteile eine höhere Streckgrenze und Zugfestigkeit durch Vergütung erfordern, ohne auf die teureren 7xxx-Legierungen ausweichen zu müssen, die jedoch schlechtere Korrosionsbeständigkeit und geringere Schweißbarkeit aufweisen.

Ausführungen/Anlieferzustände

Zustand Festigkeitsniveau Dehnung Umformbarkeit Schweißbarkeit Bemerkungen
O Gering Hoch Ausgezeichnet Ausgezeichnet Vollständig geglüht, maximale Duktilität für Umformprozesse
T4 Mittel Mittel-Hoch Gut Gut Durch Lösungsglühen und natürliche Alterung vergütet
T5 Mittel-Hoch Mittel Ausreichend-Gut Gut Abgekühlt aus erhöhter Temperatur und künstlich gealtert
T6 Hoch Mittel-Niedrig Ausreichend Gut Lösungsglühen und künstliche Alterung bis zur Höchstfestigkeit
T651 Hoch Mittel-Niedrig Ausreichend Gut T6 mit Spannungsarmglühen durch Dehnen, reduzierte Eigenspannungen
H14 Mittel Mittel Gut Gut Leicht kaltverfestigt, verwendet für Teile mit mäßigen Festigkeitsanforderungen

Die Wahl des Zustands hat einen direkten und vorhersehbaren Einfluss auf die mechanischen Eigenschaften; die Zustände O und T4 begünstigen Umformvorgänge, während T6/T651 die Höchstfestigkeit für tragende Strukturbauteile bieten. T5 und H14 stellen Zwischenlösungen dar, bei denen eine Teilsteigerung der Festigkeit ohne vollständige Lösungsglüharbeiten gewünscht ist.

Wärmebehandlung und folgende Tempersequenzen beeinflussen zudem die Bearbeitbarkeit und das Ermüdungsverhalten, wobei Überalterung oder falsche Alterung die Streckgrenze verringern und mikrostrukturelle Heterogenitäten verursachen können. Eine sorgfältige Spezifikation des Auslieferzustands (einschließlich Spannungsarmglühens wie T651) ist besonders wichtig, um Verzug zu kontrollieren, vor allem bei bearbeiteten Luftfahrtverbindungen.

Chemische Zusammensetzung

Element Gehaltsbereich (%) Bemerkungen
Si 0,4–0,8 Ermöglicht Mg2Si-Ausscheidungen; steuert Festigkeit und Extrusionsverhalten
Fe ≤0,7 Verunreinigungselement; hoher Fe-Gehalt bildet intermetallische Phasen, die die Zähigkeit beeinflussen können
Mn 0,3–0,8 Kornfeinung sowie verbesserte Festigkeit und Zähigkeit durch Dispersoide
Mg 0,8–1,2 Hauptelement für Ausscheidung zusammen mit Si (Mg2Si) zur Härtung
Cu 0,6–1,6 Erhöht Festigkeit und Reaktion auf Alterung; beeinflusst Korrosion und Spannungsrisskorrosion
Zn ≤0,2 Spurenelement mit begrenztem Einfluss in niedrigen Konzentrationen
Cr 0,04–0,35 Stabilisiert Kornstruktur und Rekristallisation, verbessert Zähigkeit
Ti ≤0,15 Kornfeiner für Guss- und Strangpressprodukte
Sonstige (jeweils) ≤0,05 Spuren- und Rückständelemente mit geringem Einfluss bei niedrigen Gehalten

Die Legierungsmatrix von 6013 ist so abgestimmt, dass sie die Ausscheidungshärtung durch Mg + Si fördert, während Kupferzusätze die Ausscheidungschemie verschieben, um höhere Höchstfestigkeiten und veränderte Alterungskinetik zu erzielen. Elemente wie Mn und Cr bilden Dispersoide und intermetallische Partikel, die die Kornstruktur während der Verarbeitung stabilisieren und die Widerstandsfähigkeit gegen lokale Verformung und Bruch verbessern.

Die Kontrolle der Fe- und Zn-Anteile ist wichtig, um eine übermäßige Bildung grober intermetallischer Phasen zu verhindern, die als Ermüdungsrissinitiierungsstellen wirken und die Oberflächenqualität des Blechs verschlechtern können. Die abgestimmte Chemie resultiert in einer Legierung, die das Verhältnis aus Alterungsreaktion, Bearbeitbarkeit und akzeptabler Korrosionsbeständigkeit für viele Struktur-Anwendungen optimiert.

Mechanische Eigenschaften

Das Zugverhalten von 6013 hängt stark vom Auslieferzustand und der Bauteildicke ab; die Zugfestigkeit steigt deutlich vom geglühten zum peak-gealterten Zustand aufgrund feinkörniger Ausscheidungsverteilungen. Die Streckgrenze in den T6/T651-Zuständen ist wesentlich höher als im geglühten Zustand, was dünnere Querschnitte bei gleicher Belastbarkeit ermöglicht, jedoch sinkt die Duktilität entsprechend.

Die Dehnung bei O- oder T4-Zuständen ist für die meisten Umformprozesse ausreichend hoch, während peak-gealterte Zustände (T6) typischerweise geringere Dehnung, aber verbesserte Ermüdungsfestigkeit für zyklisch belastete Strukturbauteile aufweisen. Härtewerte folgen den Festigkeitsänderungen und steigen an, wenn die Legierung die Höchstalterung erreicht. Die Ermüdungsleistung profitiert von feinkörnigen Ausscheidungen und kontrollierter Teilchenverteilung; Zerspanung und Oberflächenfinish sind wichtig für die Lebensdauer unter Ermüdungsbeanspruchung.

Dicke und Produktform beeinflussen die erreichbaren Eigenschaften aufgrund unterschiedlicher Abkühlraten und natürlicher Alterung; dünne Bleche erreichen gleichmäßigere Eigenschaften und schnellere natürliche Alterung, während dickere Querschnitte maßgeschneiderte Wärmebehandlungen erfordern, um eine gleichmäßige Lösung und Alterung sicherzustellen.

Eigenschaft O/Geglüht Wichtigster Zustand (T6/T651) Bemerkungen
Zugfestigkeit 120–180 MPa 330–380 MPa T6-Werte variieren mit Dicke und Alterungszyklus
Streckgrenze 40–90 MPa 300–340 MPa Definierte Streckgrenze im T6-Zustand kann bei typischen Blechen/Strangpressprofilen über 300 MPa liegen
Dehnung 20–30 % 8–14 % Duktilität nimmt mit steigender Festigkeit ab; abhängig vom Formfaktor
Härte (HB) 30–60 HB 95–130 HB Härte korreliert mit Alterungszustand und Kaltverfestigung

Physikalische Eigenschaften

Eigenschaft Wert Bemerkungen
Dichte 2,70 g/cm³ Typisch für gewalzte Aluminiumlegierungen; trägt zum günstigen Festigkeits-Gewichts-Verhältnis bei
Schmelzbereich ca. 555–650 °C Solidus- und Liquidusbereich hängt von lokalen Legierungsanteilen ab
Wärmeleitfähigkeit ca. 150–170 W/m·K Niedriger als reines Al infolge von Legierungszusätzen und Ausscheidungen; dennoch gut für Wärmeverteilung
Elektrische Leitfähigkeit ca. 30–45 % IACS Reduziert gegenüber reinem Aluminium; variiert mit Auslieferzustand und Legierung
Spezifische Wärme ca. 900 J/kg·K Typischer Wert für Aluminiumlegierungen bei Raumtemperatur
Thermische Ausdehnung ca. 23–24 µm/m·K Ähnlich wie andere Aluminiumlegierungen; wichtig für Wärmefügung und Verbindungen

Die physikalischen Eigenschaften von 6013 kennzeichnen sie als leichtes Strukturmetall mit guter Wärmeleitfähigkeit im Vergleich zu vielen Strukturlegierungen. Wärmeleitfähigkeit und thermische Ausdehnung sind bei Wärmetauschern und verklebten Baugruppen zu beachten, bei denen unterschiedliche Ausdehnungen oder lokale Erwärmung auftreten können.

Die elektrische Leitfähigkeit ist moderat und nimmt nach Ausscheidungshärtung ab; deshalb ist 6013 keine erste Wahl, wenn eine hohe elektrische Leitfähigkeit gefordert ist, bleibt jedoch nützlich für Strukturkomponenten mit sekundären thermischen oder elektrischen Funktionen.

Produktformen

Form Typische Dicke/Größe Festigkeitsverhalten Übliche Zustände Hinweise
Blech 0,3–6 mm Uniform bei dünnen Stärken; schnelle natürliche Auslagerung O, T4, T5, T6, T651 Weit verbreitet für Fahrzeugaußenverkleidungen und Strukturbleche
Platte >6 mm bis 100 mm Kann aufgrund der Abkühlung etwas geringere erreichbare Festigkeit aufweisen O, T4, T6 Dicke Platten erfordern kontrollierte Lösungsbehandlung für Homogenität
Profil (Extrusion) 5–200 mm Querschnitt Gute durchdicke Eigenschaften bei entsprechender Wärmebehandlung T5, T6, T651 Profile für Strukturrahmen und Verstrebungen
Rohr Außendurchmesser 10–200 mm Eigenschaften abhängig von Wanddicke und nachfolgender Wärmebehandlung O, T6 Verwendet für Strukturrohre und Fahrgestellteile
Stab/Rundstahl Durchmesser 5–100 mm Gute Zerspanbarkeit im halbmassiven und lösungsgeglühten Zustand O, T6 Typisch für Fittings, Befestigungen und bearbeitete Bauteile

Blech- und Profilformen sind die gebräuchlichsten für 6013, da diese Formen sein Festigkeits-Gewichts-Verhältnis maximieren und eine effiziente Wärmebehandlung ermöglichen. Platten und Bauteile mit dicken Querschnitten benötigen sorgfältige Prozesssteuerung, um eutektische Rückstände oder ungelöste Bereiche zu vermeiden, die die mechanischen Eigenschaften verschlechtern.

Profile und Rohre können aufgrund der guten Fließeigenschaften der Legierung im Warmumformprozess recht komplexe Querschnitte aufweisen, aber die endgültigen mechanischen Eigenschaften hängen von den angewandten Lösungs- und Auslagerungszyklen sowie etwaigen mechanischen Richt- oder Spannungsabbauprozessen ab.

Äquivalente Werkstoffnummern

Norm Werkstoffnummer Region Hinweise
AA 6013 USA Offizielle Aluminium Association Bezeichnung für die Legierungsfamilie
EN AW 6013 Europa Gängige europäische Bezeichnung; Zusammensetzung und Zustände weitgehend angeglichen
JIS Kein direktes Äquivalent (nächstliegend: 6061) Japan Im JIS-Katalog gibt es nicht immer ein 1:1-Äquivalent zu 6013; 6061 entspricht oft am ehesten den Eigenschaften
GB/T Kein direktes Äquivalent (nächstliegend: 6061A) China Chinesische Normen verwenden in manchen Spezifikationen 6061-Serien als praktikablen Ersatz

Direkte Eins-zu-eins-Äquivalente sind in regionalen Normen nicht immer vorhanden, da die Zusammensetzung von 6013 für spezifische mechanische und fertigungstechnische Anforderungen entwickelt wurde. Wo EN AW-6013 nicht verfügbar ist, substituieren Ingenieure häufig nahe verwandte 6xxx-Legierungen (z. B. 6061), müssen jedoch Unterschiede im Kupfer- und Mangananteil berücksichtigen, die das Auslagerungsverhalten und die Endfestigkeit beeinflussen.

Eigenschaftsanforderungen und Wärmebehandlungsabfolgen sollten bei Ersatz immer genau geprüft werden; Materialbeschaffung und Spezifikationen sollten mechanische Zielgrößen abbilden und sich nicht ausschließlich auf Legierungsnummern bei der Normenübersetzung stützen.

Korrosionsbeständigkeit

6013 bietet eine gute allgemeine atmosphärische Korrosionsbeständigkeit, die der schützenden Aluminiumoxid-Schicht zu verdanken ist, welche sich unter typischen Einsatzbedingungen selbst regeneriert. Seine Leistung in Industrie- und Stadtatmosphären ist zufriedenstellend bei entsprechender Eloxierung oder Beschichtung, und es widersteht Spannungsrisskorrosion besser als viele hochfeste 7xxx-Legierungen.

In maritimen Umgebungen zeigt 6013 eine angemessene Beständigkeit, ist jedoch nicht so dauerhaft wie spezielle Al-Mg-Legierungen der 5xxx-Serie, die für chloridreiche Belastungen ausgelegt sind. Kupferzusätze erhöhen die Anfälligkeit für lokale Korrosion und können die Lochfraßbeständigkeit gegenüber kupferarmen 6xxx-Legierungen leicht mindern; Schutzbeschichtungen oder kathodischer Opferschutz sind bei Langzeiteinsatz im Meerwasser gebräuchlich.

Galvanische Wechselwirkungen müssen berücksichtigt werden, wenn 6013 mit edleren Werkstoffen (z. B. Edelstahl) verbunden wird; Isoliermaterialien oder Beschichtungen werden empfohlen, um eine beschleunigte Korrosion der Aluminiumlegierung zu verhindern. Insgesamt liegt 6013 bezüglich Korrosions- und Spannungsrissverhalten zwischen der sehr korrosionsbeständigen 5xxx-Serie und der stärkeren, aber häufiger spannungsrissanfälligen 7xxx-Serie.

Fertigungseigenschaften

Schweißbarkeit

6013 lässt sich mit gängigen Schmelzschweißverfahren wie WIG und MIG bei entsprechender Fügeauslegung und Zusatzwerkstoffwahl schweißen; Kupfer erfordert jedoch sorgfältige Wahl der Füllwerkstoffe, um Heißrisse und einen Festigkeitsabfall im Bereich des Schweißnahtschutzgutes zu minimieren. Schweißzusätze mit Siliziumanteil (z. B. Al-Si-Füller) werden häufig verwendet, um die Fließbarkeit zu verbessern und Rissneigung zu verringern; die Wahl hängt von den Anforderungen an Schweißfestigkeit und Korrosionsschutz ab.

Das Wärmeeinflussgebiet (WEA) zeigt typischerweise eine Abschwächung gegenüber dem T6-Grundwerkstoff, da Ausscheidungen beim Schweißen grobkörniger werden und sich zurücklösen, was die lokale Streckgrenze herabsetzt. Für kritische Anwendungen wird manchmal eine Nachwärmebehandlung durchgeführt, wobei Verzug und Eigenspannungen sorgfältig zu steuern sind.

Zerspanbarkeit

6013 weist eine gute Zerspanbarkeit gegenüber vielen hochfesten Aluminiumlegierungen auf, was auf die relativ moderate Härte im lösungsgeglühten und geglühten Zustand zurückzuführen ist. Hartmetallwerkzeuge mit positivem Spanwinkel und geeigneten Beschichtungen (TiAlN/PVD) ermöglichen hohe Spanvolumina; Schnittgeschwindigkeiten sollten im Vergleich zu zerspanungsfreundlichen Aluminiumsorten eher konservativ gewählt werden, um Kaltverfestigung und Spanansatzbildung zu vermeiden.

Spanbruch ist gut beherrschbar, es können jedoch lange Späne entstehen; der Einsatz von Kühlmittelüberschuss und Spanbrechern wird empfohlen, um Maßhaltigkeit und Werkzeugstandzeit zu sichern. Feinbearbeitungen nach Auslagerung sind möglich, was 6013 für präzise bearbeitete Fittings und Luftfahrtkomponenten prädestiniert.

Umformbarkeit

Umformprozesse begünstigen für 6013 die O- und T4-Zustände; diese Zustände ermöglichen engere Biegeradien und komplexe Stempeloperationen ohne Risse. Im hochfesten T6-Zustand schränkt die geringere Dehnung das starke Umformen ein; in solchen Fällen werden Teile oft in weicheren Zuständen umgeformt und anschließend lösungsgeglüht/ausgelagert oder nach teilweiser Auslagerung umgeformt.

Als Richtwert liegen die minimalen Außengreibradien für gezogene oder gebogene Bauteile typischerweise im Bereich von 2× bis 4× der Materialdicke in den spezifizierten Zuständen, abhängig von Werkzeugen, Schmierung und Gefügerichtung. Rückfederung ist moderat und muss bei der Werkzeugentwicklung für maßgenaue Bauteile berücksichtigt werden.

Wärmebehandlungsverhalten

Als wärmebehandelbare Legierung wird 6013 durch Lösungsglühen, Abschrecken und künstliches Auslagern gehärtet, wobei fein verteilte Ausscheidungen entstehen. Typische Lösungsglühtemperaturen liegen im Bereich von 525–555 °C, gewählt, um Mg, Si und Cu in den Festkörper zu lösen, ohne dass niedrigschmelzende Phasen anlaufen; Wasserabschreckung erhält die übersättigte Lösung vor dem Auslagern.

Künstliches Auslagern zum T6-Zustand erfolgt typischerweise bei 150–180 °C über mehrere Stunden, wobei sich kohärente und halbkohärente Ausscheidungen bilden, die Streckgrenze und Zugfestigkeit erhöhen. Kupfer beeinflusst die Ausscheidungsfolge und beschleunigt zum Teil den Erreichungszeitpunkt der maximalen Festigkeit gegenüber binären Mg-Si-Systemen. Der T5-Zustand (aus erhöhter Temperatur abgeschreckt und künstlich ausgelagert) wird genutzt, wenn eine vollständige Lösungsglühung nicht praktikabel ist, bringt aber geringfügig niedrigere Spitzenwerte.

Übergängiges Auslagern erhöht die Duktilität und senkt die Festigkeit, wird eingesetzt, wenn verbesserte Spannungsrissbeständigkeit oder Maßhaltigkeit gefordert sind. T651 und ähnliche Bezeichnungen weisen auf Spannungsarmglühen (Streckziehen oder Niedertemperaturzwischenwärmebehandlung) nach Lösungsglühen hin, um Eigenspannungen bei Präzisionsteilen zu kontrollieren.

Verhalten bei erhöhten Temperaturen

6013, wie andere Legierungen der 6xxx-Serie, zeigt ab etwa 125–150 °C eine deutliche Festigkeitsabnahme, weil Ausscheidungen gröber werden und Kohärenz verlieren; bei Auslegung gegen Kriechen und Dauerbeanspruchung bei erhöhten Temperaturen sollten konservative zulässige Spannungen angesetzt werden. Kurzfristige Belastung mit höheren Temperaturen ist tolerierbar, aber längerfristiger Betrieb oberhalb der Auslagerungstemperaturen führt zu dauerhafter Festigkeitsminderung und möglichem Maßverlust.

Oxidation unter Einsatzbedingungen wird durch die schützende Aluminiumoxidschicht begrenzt; bei höheren Temperaturen kann jedoch die Oxidation die Oberflächenrauheit erhöhen und thermisches Fügen erschweren. Das Wärmeeinflussgebiet geschweißter oder gelöteter Baugruppen ist besonders anfällig für Eigenschaftsänderungen bei zyklischer thermischer Belastung, weshalb Nachbehandlung oder konstruktive Maßnahmen erforderlich sind.

Anwendungen

Industrie Beispielkomponente Warum 6013 verwendet wird
Automobil Sitzrahmen, Strukturverstärkungen Hoher Festigkeits-Gewichts-Faktor und Ermüdungsfestigkeit
Marine Kleine Strukturhalterungen und Fittings Ausgewogene Korrosionsbeständigkeit und Festigkeit
Luftfahrt Sekundäre Strukturbauteile, Gehäuse für Aktuatoren Hohe spezifische Festigkeit und gute Bearbeitbarkeit
Elektronik Gehäuse und Wärmeträger Ausreichende Wärmeleitfähigkeit und Maßstabilität

6013 ist vorteilhaft, wenn höhere Festigkeit als bei Standard-6xxx-Legierungen gefordert wird, aber die Korrosions- und Fertigungseinschränkungen hochfester 7xxx-Legierungen vermieden werden sollen. Die Kombination aus ausscheidungshärtendem Verhalten und guter Zerspanbarkeit macht die Legierung wertvoll für mittelschwere Strukturbauteile in Automobil-, Luftfahrt- und Industrieanwendungen.

Auswahlhinweise

Wählen Sie 6013, wenn Sie eine stärkere, wärmebehandelbare 6xxx-Legierung mit besserer Ermüdungs- und Bearbeitungsleistung als Basismetalle benötigen. Sie ist besonders attraktiv, wenn moderate Steigerungen der Höchstfestigkeit und verbesserte Bruchfestigkeit gefordert sind, ohne dabei die Schweißbarkeit und die allgemeine Korrosionsbeständigkeit zu beeinträchtigen.

Im Vergleich zu technisch reinem Aluminium (1100) opfert 6013 elektrische Leitfähigkeit und eine sehr hohe Umformbarkeit zugunsten deutlich verbesserter Zug- und Streckfestigkeit, was leichtere und steifere Konstruktionen ermöglicht. Im Vergleich zu verfestigten Legierungen wie 3003 oder 5052 bietet 6013 eine höhere Höchstfestigkeit und bessere Ermüdungsresistenz, erfordert jedoch Wärmebehandlung und kontrolliertes Anlassen und ist etwas empfindlicher gegenüber lokaler Korrosion.

Im Vergleich zu gängigen wärmebehandelbaren Legierungen wie 6061 oder 6063 wird 6013 gewählt, wenn dessen Kupfer- und Mangangehalte eine gezielte Alterungsreaktion und ein erweitertes Ermüdungs- und Festigkeitspotenzial trotz überlappender Zustände ermöglichen. Verwenden Sie 6013, wenn eine ausgewogene Kombination aus Bearbeitbarkeit, erreichbarer T6-Festigkeit und akzeptabler Korrosionsbeständigkeit wichtiger ist als die geringsten Kosten oder maximale elektrische Leitfähigkeit.

  • Wählen Sie 6013 für mittel- bis hochfeste, bearbeitete oder gestanzte Bauteile, die eine gute Ermüdungslebensdauer benötigen.
  • Bevorzugen Sie O-/T4-Zustände für komplexe Umformungen und T6/T651 für die endgültige strukturelle Leistungsfähigkeit.
  • Bestätigen Sie die Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit des Lieferanten für die erforderlichen Zustände und Geometrien vor der finalen Konstruktionsfreigabe.

Abschließende Zusammenfassung

Die Legierung 6013 bleibt eine praktische Wahl, wenn Ingenieure eine wärmebehandelbare Aluminiumlegierung benötigen, die höhere Festigkeit und verbesserte Ermüdungsleistung als Basismetalle der 6xxx-Reihe bietet und gleichzeitig gute Umformbarkeit und Schweißbarkeit beibehält. Die abgestimmte Chemie und die Zustandsoptionen machen sie vielseitig einsetzbar für Automobil-, Luftfahrt-, Marine- und Industriekomponenten, bei denen ein ausgewogenes Verhältnis von Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Fertigbarkeit entscheidend ist.

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