Aluminium 6042: Zusammensetzung, Eigenschaften, Anlieferzustände & Anwendungen
Bagikan
Table Of Content
Table Of Content
Umfassender Überblick
Legierung 6042 gehört zur 6xxx-Serie der Aluminiumlegierungen, die hauptsächlich Al-Mg-Si-Systeme sind und sich für die Ausscheidungshärtung eignen. Ihre Zusammensetzung ordnet sie hitzebehandelbaren, mittelstarken Konstruktionslegierungen zu, die eine ausgewogene Kombination aus Festigkeit, Extrudierbarkeit und Oberflächenqualität für architektonische und technische Anwendungen bieten.
Die Hauptlegierungselemente in 6042 sind Magnesium und Silizium, die während der Wärmebehandlung Mg2Si-Ausscheidungen bilden und so eine ausscheidungshärtende Festigkeitssteigerung bewirken. Sekundäre Zusätze wie Kupfer und Spuren von Cr, Mn sowie Ti dienen zur Kornfeinung, verbessern die Alterungsreaktion und steuern die Rekristallisation während der thermomechanischen Verarbeitung.
6042 bietet eine Kombination aus moderater bis hoher Festigkeit (insbesondere in T6-ähnlichen Zuständen), guter Korrosionsbeständigkeit in atmosphärischen sowie leicht marinen Umgebungen und akzeptabler Schweißbarkeit bei Verwendung geeigneter Zusatzwerkstoffe und Nachbehandlungsverfahren. Typische Anwendungsbereiche sind die Automobilindustrie, architektonische Vorhangfassaden, Druckbehälter, allgemeine Strukturprofile sowie einige sekundäre Luftfahrtstrukturen, in denen ein gutes Festigkeits-Gewichts-Verhältnis und Oberflächenqualität gefordert sind.
Ingenieure wählen 6042, wenn sie eine deutlich ausgeprägtere Festigkeit und Alterungshärtung als bei den 5xxx/3xxx-Kaltverfestigungslegierungen benötigen, jedoch nicht die extrem hohen Festigkeiten der 7xxx-Serie, die sonst Zähigkeit und Schweißbarkeit beeinträchtigen würden. Die Legierung wird oft als Alternative zu 6061/6063 gewählt, wenn spezifische Anforderungen an die Oberfläche der Extrusion, die Alterungskurve oder Verfügbarkeit entscheidend sind. Sie ist auch für formgebende Extrusionen mit nachfolgender Wärmebehandlung zur Rückgewinnung der Festigkeit bevorzugt.
Zustandsvarianten
| Zustand | Festigkeitsniveau | Verlängerung | Umformbarkeit | Schweißbarkeit | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| O | Niedrig | Hoch (>15–25%) | Sehr gut | Sehr gut | Vollständig geglüht für maximale Umformbarkeit |
| H14 | Mittel | Moderat (8–12%) | Gut | Gut | Kaltverfestigt für mittlere Festigkeit, begrenzte Umformung |
| T5 | Mittel-Hoch | Moderat (8–12%) | Moderat | Gut | Abgekühlt nach Warmumformung und künstlich ausgehärtet |
| T6 | Hoch | Niedriger (6–12%) | Mäßig bis gering | Gut (mit Zusatzwerkstoff) | Solutioniert und künstlich ausgehärtet für Spitzenfestigkeit |
| T651 | Hoch | Niedriger (6–12%) | Mäßig bis gering | Gut (mit Zusatzwerkstoff) | Solutioniert, spannungsarm geglüht durch Dehnen, künstlich ausgehärtet |
Die Wahl des Zustands bei 6042 bestimmt maßgeblich den Kompromiss zwischen Umformbarkeit und Festigkeit. Geglühte O-Zustände werden eingesetzt, wenn Tiefziehen oder komplexe Biegungen erforderlich sind, während T5/T6-Varianten gewählt werden, wenn Maßhaltigkeit und maximale mechanische Eigenschaften im Vordergrund stehen.
Beim Schweißen und lokalen Erwärmen kann die Wärmeeinflusszone bei T6- oder spitzenausgehärteten Zuständen eine Erweichung zeigen. Daher wird die Zustandswahl oft davon abhängig gemacht, ob eine Wärmebehandlung oder mechanische Spannungsfreisetzung nach dem Schweißen erfolgt. H-Zustände bieten Zwischenlösungen für Serienbauteile, die nach der Erstbehandlung noch umgeformt werden oder durch Kaltverformung hergestellt sind.
Chemische Zusammensetzung
| Element | % Bereich | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Si | 0.6–1.3 | Bestimmt Menge der Mg2Si-Ausscheidungen und beeinflusst Gieß- und Extrusionsoberfläche |
| Fe | ≤0.7 | Verunreinigungselement; höhere Werte können intermetallische Phasen bilden, die Duktilität und Oberflächenqualität verschlechtern |
| Mn | 0.15–0.45 | Kornstrukturkontrolle und Festigkeitssteigerung durch Dispersoide |
| Mg | 0.7–1.2 | Hauptelement zur Festigkeitssteigerung; bildet mit Si Mg2Si-Ausscheidungen |
| Cu | 0.15–0.35 | Erhöht Festigkeit, kann Alterung beschleunigen; zu viel Kupfer reduziert Korrosionsbeständigkeit |
| Zn | ≤0.2 | Geringer Einfluss; niedrig gehalten um unerwünschte Effekte wie Versprödung zu vermeiden |
| Cr | 0.05–0.25 | Steuert Kornstruktur und Rekristallisation während thermischer Verarbeitung |
| Ti | ≤0.15 | Kornfeiner in Guss und Vormaterialherstellung |
| Sonstige | Al-Balance; Rest ≤0.15 jeweils | Restbestandteile Aluminium mit zulässigen Rückständen und Spuren |
Mg- und Si-Gehalte bestimmen das Volumen und die Kinetik der Mg2Si-Ausscheidungen, welche die primären Härtungsphasen in 6042 sind. Kleine Zusätze wie Cr und Mn bilden Dispersoide, die Korngrenzen festsetzen und Zähigkeit sowie Stabilität während der thermomechanischen Bearbeitung verbessern. Kupfer kann genutzt werden, um die Alterungskurve zu modifizieren und die Spitzenfestigkeit auf Kosten etwas geringerer Korrosionsbeständigkeit zu erhöhen.
Verunreinigungselemente wie Fe und Zn werden streng kontrolliert, da sie intermetallische Partikel bilden, die Oberflächenqualität beeinträchtigen, Duktilität mindern und lokal Korrosion fördern können. Das ausgewogene Verhältnis dieser Elemente und der thermomechanische Werdegang regeln erreichbare Eigenschaften und Bearbeitungsfenster.
Mechanische Eigenschaften
Das Zugverhalten von 6042 ist typisch für hitzebehandelbare Al-Mg-Si-Legierungen: geringe Festigkeit und hohe Verlängerung im geglühten Zustand, mit ausgeprägtem Anstieg von Streck- und Zugfestigkeit nach Lösungsglühen und künstlichem Altern. Das Streck-/Zugfestigkeitsverhältnis verbessert sich durch Ausscheidungshärtung und ermöglicht somit vorhersehbare elastische Eigenschaften für die Konstruktionsauslegung. Die Bruchdehnung in ausgehärteten Zuständen sinkt gewöhnlich gegenüber dem O-Zustand, bleibt aber in der Regel für viele Strukturbauteile ausreichend.
Die Härte korreliert stark mit dem Zustand und der Alterung; der spitzenausgehärtete T6-Zustand zeigt deutliche Steigerungen der Brinell- und Vickershärte parallel zur Festigkeitszunahme. Die Ermüdungsfestigkeit hängt von Oberflächenbeschaffenheit, Belastungsfrequenz und Mittelspannung ab; gealterte Zustände weisen oft bessere Ermüdungseigenschaften als geglühtes Material auf, können jedoch an Kerben und Schweißnähten empfindlich sein. Dicke und Geometrie beeinflussen Abkühlraten beim Abschrecken und Altern; dickere Querschnitte erreichen ohne spezielle Wärmebehandlungszyklen nicht immer die volle Spitzenhärte.
Konstrukteure müssen mögliche Übertalung bei erhöhten Betriebstemperaturen berücksichtigen sowie Einflüsse von Umformung oder Schweißen, die lokal die Ausscheidungsstruktur und damit das mechanische Verhalten verändern können. Für hochzuverlässige Anwendungen sind validierte Prozesskontrollen beim Altern und eine nachträgliche Bauteilprüfung empfehlenswert.
| Eigenschaft | O/Geglüht | Wichtiger Zustand (z. B. T6) | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Zugfestigkeit | ~120–200 MPa | ~250–340 MPa | Typische Werte abhängig von Querschnittdicke und Alterungszyklus |
| Streckgrenze | ~60–120 MPa | ~200–300 MPa | Streckgrenze steigt deutlich nach künstlicher Alterung; Konstruktion mit konservativem Untergrenzwert |
| Verlängerung | ~15–25% | ~6–14% | Verlängerung sinkt mit steigender Festigkeit; dickere Proben zeigen oft höhere Duktilität |
| Härte (HB) | ~35–65 HB | ~75–110 HB | Härte folgt Zugfestigkeit; Messmethoden und Probenpräparation beeinflussen Werte |
Physikalische Eigenschaften
| Eigenschaft | Wert | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Dichte | 2,70 g/cm³ | Typisch für Al-Mg-Si-Legierungen; wichtig für gewichtsoptimierte Konstruktionen |
| Schmelzbereich | ~555–650 °C | Solidus-Liquidus-Bereich variiert je nach genauer Zusammensetzung und Verunreinigungen |
| Wärmeleitfähigkeit | ~150–170 W/(m·K) | Niedriger als bei reinem Aluminium wegen Legierungselementen; dennoch gut für Wärmemanagement |
| Elektrische Leitfähigkeit | ~35–45 %IACS | Legierung reduziert Leitfähigkeit gegenüber reinem Aluminium |
| Spezifische Wärmekapazität | ~0,9 J/(g·K) | Ungefähre Angabe bei Raumtemperatur (900 J/(kg·K)) |
| Wärmeausdehnung | ~23–24 µm/(m·K) | Typischer Wärmeausdehnungskoeffizient für 6xxx-Legierungen |
Die Dichte und thermischen Eigenschaften von 6042 machen die Legierung attraktiv für Anwendungen, bei denen Gewichtsersparnis und Wärmeabfuhr wichtig sind, wie zum Beispiel Kühlkörper oder Außenverkleidungen, die sowohl strukturelle als auch thermische Anforderungen erfüllen müssen. Die Wärmeleitfähigkeit ist niedriger als bei reinem Aluminium, bleibt jedoch für viele elektronische oder wärmeübertragende Anwendungen ausreichend hoch.
Die elektrische Leitfähigkeit ist durch die Legierungselemente reduziert und sollte bei elektrisch leitenden Anwendungen von 6042 berücksichtigt werden; für höchste Leitfähigkeitsanforderungen sind dafür Reinaluminium (z. B. 1100) oder Kupfer vorzuziehen. Der Wärmeausdehnungskoeffizient ähnelt anderen Al-Mg-Si-Legierungen und sollte bei Baugruppen mit unterschiedlichen Werkstoffen einkalkuliert werden.
Produktformen
| Form | Typische Dicke/Größe | Festigkeitsverhalten | Übliche Zustände | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Blech | 0,5–6 mm | Dünnblechteile erreichen schnell Lösungsglühen und Ausscheidungshärtung | O, H14, T5, T6 | Verwendet für Verkleidungen, Gehäuse und dekorative Fassaden |
| Platte | 6–100+ mm | Starke Querschnitte können spezielle Wärmebehandlung zur Homogenisierung erfordern | O, T6 (begrenzte Verfügbarkeit) | Schwere Strukturteile und hydraulische Bauteile |
| Strangpressprofil | Komplexe Querschnitte, bis hin zu großen Profilen | Gute Reaktion auf Strangpressen mit kontrollierter Ausscheidungsverteilung | T5, T6, T651 | Weit verbreitet für architektonische und konstruktive Profile |
| Rohr | Wandstärke 1–20 mm; verschiedene Durchmesser | Geschweißte oder nahtlose Rohre; Eigenschaften abhängig vom Fertigungsverfahren | O, T6 | Strukturrohre und Wärmetauscherkerne |
| Stab/Stange | Durchmesser bis 200 mm | Massive Abschnitte zeigen dickenabhängige Ausscheidungshärtung | O, T6 | Zerspanbare Bauteile und Befestigungselemente für geringe Stückzahlen |
Blech und Strangpressprofile sind die gebräuchlichsten Produktformen für 6042, da die Legierung gut zur Einhaltung enger Oberflächenanforderungen strangpresst und vorhersehbar auf künstliche Alterung reagiert. Platten und dicke Querschnitte können hergestellt werden, erfordern jedoch eine sorgfältige Kontrolle von Lösungsglüh- und Abschreckzyklen, um weiche Kerne oder inkonsistente Eigenschaften durch die Dicke zu vermeiden.
Stranggepresste Profile erhalten oft T5- oder T6-Behandlungen nach dem Pressen, um Maßhaltigkeit und erforderliche Festigkeit zu erreichen, während beim Walzen von Blechen der Schwerpunkt auf Ebenheit und Oberflächenqualität liegt, gefolgt von einer nachträglichen Alterung nach Bedarf.
Äquivalente Werkstoffbezeichnungen
| Norm | Grade | Region | Hinweise |
|---|---|---|---|
| AA | 6042 | USA | Aluminum Association Bezeichnung für diese Legierung |
| EN AW | EN AW-6042 | Europa | EN-Bezeichnung äquivalent; chemische und mechanische Eigenschaften entsprechen weitgehend AA 6042 |
| JIS | Nächstes Äquivalent: A6061 | Japan | Kein exaktes JIS-1:1-Pendant; A6061-Familie wird häufig mit prozessbedingten Anpassungen substituiert |
| GB/T | Nächstes Äquivalent: 6061/6063 Familie | China | Direkte 6042-Entsprechung möglicherweise nicht standardisiert; 6061/6063-Legierungen sind übliche lokale Ersatzstoffe |
Normen und chemische Toleranzen variieren zwischen den Regionen; EN AW-6042 wird in Europa häufig verwendet und entspricht eng den AA 6042 Spezifikationen. Beim Ersatz durch andere Normen sollten Konstrukteure die Zusammensetzungsgrenzen, Zustandsbezeichnungen und garantierte mechanische Eigenschaften überprüfen, da kleine Änderungen (insbesondere bei Cu- oder Fe-Grenzen) das Alterungsverhalten und die Korrosionsbeständigkeit beeinflussen können.
Beim grenzüberschreitenden Einkauf empfiehlt es sich, Werkszertifikate anzufordern und Schlüsseldaten (z. B. Zugfestigkeit, Streckgrenze, Dehnung und Zustand) genau zu spezifizieren, anstatt sich ausschließlich auf nominale Werkstoffbezeichnungen zu verlassen. Die Prozesshistorie wie Strangpressgeschwindigkeit, Abschreckmedium und Alterungszyklus hat oft größeren Einfluss auf die Endlageigenschaften als der nominale Werkstoffname allein.
Korrosionsbeständigkeit
Bei atmosphärischer Beanspruchung bildet 6042 eine schützende Aluminiumoxid-Schicht und zeigt eine gute allgemeine Korrosionsbeständigkeit ähnlich anderen Legierungen aus der 6xxx-Familie. Die Legierung eignet sich gut für Industrieatmosphären und architektonische Anwendungen, kann jedoch in aggressiven Chloridumgebungen ohne Schutzbeschichtungen oder Eloxal-Behandlung anfällig für Loch- und Spaltkorrosion sein.
In maritimen oder hochchloridhaltigen Umgebungen ist 6042 mit geeigneten Oberflächenbehandlungen wie Eloxieren, Dichtmitteln oder organischen Beschichtungen einsetzbar; für dauernde Unterwasseranwendungen werden jedoch austenitische Edelstähle oder Aluminiumlegierungen der 5xxx-Serie mit höherer intrinsischer Korrosionsbeständigkeit bevorzugt. Das Risiko von Spannungsrisskorrosion ist moderat und betrifft hauptsächlich peak-gealterte Zustände unter dauerhaft wirkender Zugbeanspruchung in korrosiven Medien; konstruktive Maßnahmen umfassen Zustandswahl, druckbehandelnde Oberflächenverfahren und das Vermeiden hoher Eigenspannungen.
Galvanische Wechselwirkungen führen bei Kombination von 6042 mit Edelstahl, Kupfer oder Baustahl zu einer anodischen Stellung von 6042, daher sind elektrische Isolierung, Opferanoden oder sorgfältige Verbindungsdetailierung notwendig, um beschleunigte Korrosion zu verhindern. Im Vergleich mit Mg-haltigen 5xxx-Legierungen bietet 6042 generell eine vergleichbare atmosphärische Korrosionsbeständigkeit, tauscht jedoch etwas Chloridresistenz gegen bessere Ausscheidungshärtbarkeit und bessere Zerspanbarkeit ein.
Fertigungseigenschaften
Schweißbarkeit
6042 ist allgemein mit konventionellen Verfahren wie TIG (GTAW) und MIG (GMAW) gut schweißbar; Füllwerkstoffe aus den 4xxx (Al-Si) oder 5xxx (Al-Mg) Familien werden je nach gewünschter Schweißfestigkeit und Korrosionswiderstand verwendet. Das Risiko von Heißrissen ist gering bis moderat; Sauberkeit, korrekte Geometriestellung und Wärmeeintragkontrolle reduzieren die Empfindlichkeit. Der Wärmeeinflussbereich bei T6- oder peak-gealtertem Material weich wird aufgrund von Auflösung und Neubildung von Mg2Si, weshalb Nachalterung oder lokale Wärmebehandlung zur Wiederherstellung der Festigkeit erforderlich sein kann.
Zerspanbarkeit
Die Zerspanbarkeit von 6042 ist moderat und allgemein besser als bei vielen hochfesten Legierungen, jedoch nicht so gut wie bei manchen hypereutektoiden Al-Si-Legierungen. Hartmetallwerkzeuge mit positivem Spanwinkel und hohem Vorschub beim Feinschnitt erzeugen ausgezeichnete Oberflächenqualität; Kühlschmierstoffe sind empfehlenswert zur Vermeidung von Schwingbruch und Spananhäufung. Typischerweise werden höhere Schnittgeschwindigkeiten als bei Stählen, moderate Vorschübe und speziell auf Aluminium abgestimmte Werkzeuggeometrien verwendet, um Schmierbildung zu vermeiden und Maßhaltigkeit sicherzustellen.
Umformbarkeit
Das Umformen erfolgt am besten im geglühten (O) oder teilgegülhten H-Zustand; Kaltumformen im T6-Zustand ist eingeschränkt und Vorspannfederverhalten nimmt mit steigender Festigkeit zu. Minimale Biegeradien hängen vom Zustand und der Dicke ab: Geglühtes Blech lässt sich oft auf 1–2× Dicke biegen bei einfachen Biegungen, während T6-Zustand 3–6× Dicke oder Vorwärmen/Umformen vor finaler Wärmebehandlung erfordern kann. Tiefziehen und komplexe Stanzvorgänge sollten im O- oder T4-Zustand erfolgen, gefolgt von künstlicher Alterung für die endgültige Festigkeit.
Verhalten bei Wärmebehandlung
Als wärmebehandelbare Legierung folgt 6042 dem klassischen Zyklus: Lösungsglühen – Abschrecken – Alterung, um die optimalen mechanischen Eigenschaften zu erzeugen. Das Lösungsglühen erfolgt typischerweise im Bereich von 510–550 °C, um Mg2Si aufzulösen und die Matrix zu homogenisieren, gefolgt von schnellem Abschrecken (Wasserabschreckung bevorzugt), um eine übersättigte Festlösung zu erhalten. Die künstliche Alterung (Ausscheidungshärtung) wird üblicherweise bei Temperaturen zwischen ca. 150–190 °C über mehrere Stunden durchgeführt, um T5-/T6-Härte- und Festigkeitswerte zu erreichen.
Der T5-Zustand steht für Abkühlung nach dem Warmumformen mit anschließender künstlicher Alterung ohne Komplettlösungsglühen und ergibt einen moderat festen, stabilen Zustand. Der T6-Zustand beinhaltet eine vollständige Lösungsglühung vor der künstlichen Alterung und erzielt nahezu maximale mechanische Eigenschaften. Übertalung senkt die Festigkeit, erhöht aber Zähigkeit und Widerstand gegen Spannungsrisskorrosion; Prozessingenieure überalteren mitunter absichtlich, um Leistungsanforderungen auszubalancieren.
Nicht wärmebehandelbare Festigkeitssteigerung erfolgt durch Kaltverfestigung bei H-Zuständen, wobei kontrollierte Kaltumformung die Versetzungsdichte und damit die Festigkeit erhöht, aber die Duktilität verringert. Glühen stellt den O-Zustand durch Homogenisierung und Rekristallisation her, um die Umformbarkeit zu verbessern.
Hochtemperatureinsatz
6042 beginnt bei moderat erhöhten Temperaturen einen signifikanten Anteil seiner Raumtemperatur-Streckgrenze und Zugfestigkeit zu verlieren; bemerkenswerte Erweichung tritt meist oberhalb von ca. 120–150 °C ein, abhängig vom vorherigen Alterungszustand. Für dauerhafte hochtemperaturbeanspruchte Strukturanwendungen begrenzen Konstrukteure üblicherweise den Einsatz unterhalb dieses Bereiches oder spezifizieren überalterte Zustände für bessere thermische Stabilität.
Die Aluminiumoxid-Schicht ist selbstbegrenzend und bildet eine dünne schützende Oxidschicht; bei erhöhten Temperaturen in Kombination mit korrosiven Medien kann jedoch das Wachstum der Oxidschicht und lokale Angriffe beschleunigt auftreten. Wärmeeinflusszonen bei geschweißten oder lokal erhitzten Bauteilen sind besonders anfällig für mikrostrukturelle Veränderungen und verminderte mechanische Leistung, sodass thermisches Management und Nachbehandlungen für kritische Anwendungen erforderlich sind.
Das Kriechverhalten ist verglichen mit Hochtemperaturelegierungen begrenzt, und Langzeitanwendungen bei erhöhten Temperaturen sollten durch Kriechtest oder Einsatzdaten geprüft werden. Bei kurzzeitiger Temperaturbelastung toleriert 6042 höhere Temperaturen, sofern anschließende Alterungs- oder Spannungsarmbehandlungen erfolgen.
Anwendungen
| Industrie | Beispielkomponente | Warum 6042 verwendet wird |
|---|---|---|
| Automobil | Profilrohre für Karosserie oder Zierleisten | Gute Kombination aus Extrudierbarkeit, Oberflächenqualität und aussagefestigkeitsfester Festigkeit |
| Schiffbau | Strukturelemente und Beschläge | Korrosionsbeständigkeit mit Möglichkeit zur Anodisierung und Nachformung |
| Luft- und Raumfahrt | Sekundärbeschläge, Halterungen | Günstiges Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht und vorhersehbare Reaktion auf Wärmebehandlung |
| Elektronik | Kühlkörper und Gehäuse | Wärmeleitfähigkeit und Oberflächenbeschaffenheit geeignet für wärmeabführende Bauteile |
6042 wird häufig dort spezifiziert, wo eine ausgewogene Kombination aus Zerspanbarkeit, aussagefestigkeitsfester Festigkeit und Oberflächenoptik gefordert ist, wodurch es sich für sichtbare architektonische Elemente und tragende Strangpressprofile eignet. Seine Fähigkeit, zu komplexen Profilen extrudiert und anschließend künstlich gealtert zu werden, um dimensionsstabil zu sein, macht es beliebt für Serienteile in verschiedenen Branchen.
Auswahlhinweise
Bei der Auswahl von 6042 sollte es bevorzugt für Anwendungen eingesetzt werden, die einen mittel-hochfesten alterungsgehärteten Aluminiumwerkstoff mit guter Extrudierbarkeit und Oberflächenqualität erfordern. Wählen Sie O- oder H-Zustände, wenn Umformung im Vordergrund steht, und T5/T6, wenn endgültige Festigkeit und Dimensionsstabilität die Hauptanforderungen sind.
Im Vergleich zu technisch reinem Aluminium (1100) verzichtet 6042 zugunsten deutlich höherer Festigkeit und besserer struktureller Leistungsfähigkeit auf elektrische Leitfähigkeit und gewisse Umformbarkeit. Im Vergleich zu gängigen Kaltumformlegierungen wie 3003 oder 5052 bietet 6042 höhere Höchstfestigkeit und bessere Ansprechbarkeit auf Lösungs- und Alterungsbehandlung, ist jedoch in aggressiven chloridhaltigen Umgebungen eventuell etwas weniger korrosionsbeständig. Gegenüber verbreiteten wärmebehandelbaren Legierungen wie 6061/6063 kann 6042 aufgrund spezifischer Extrusions-Oberflächenqualität, Verfügbarkeit beim Anbieter oder besonderer Alterungsverhalten ausgewählt werden, selbst wenn die Höchstfestigkeit vergleichbar oder geringfügig niedriger ist; bei engen Festigkeitsreserven empfiehlt sich eine Prüfung auf Bauteilebene.
Zusammenfassung
Die Legierung 6042 bleibt eine praktische Wahl, wenn eine ausgewogene Kombination aus alterungsgehärteter Festigkeit, guter Extrudierbarkeit und akzeptabler Korrosionsbeständigkeit gefordert ist. Seine vorhersehbare Wärmebehandlungsfähigkeit, Zerspanbarkeit und Oberflächeneigenschaften sichern seine Bedeutung in der Architektur, im Automobilbau und in der Leichtbau-Strukturtechnik.