Aluminium 3A30: Zusammensetzung, Eigenschaften, Anlieferzustand-Leitfaden & Anwendungsgebiete
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Umfassende Übersicht
3A30 ist ein Mitglied der 3xxx-Serie von Aluminiumlegierungen, die klassisch als Al‑Mn-Legierungen gruppiert sind, wobei Mangan das Hauptlegierungselement darstellt. Die 3xxx-Familie ist nicht wärmebehandelbar und gewinnt ihre Festigkeit hauptsächlich durch Kaltverfestigung (Verfestigung durch Umformung) und Mikrolégierungs-Effekte anstelle von Ausscheidungshärtung. Typische kommerzielle Bezeichnungen für ähnliche Legierungen umfassen AA‑3003 und verwandte regionale Güten; 3A30 lässt sich ebenfalls dieser technischen Nische zuordnen.
Das dominierende Legierungselement in 3A30 ist Mangan (Mn), ergänzt durch kontrollierte Mengen an Silizium (Si), Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Magnesium (Mg) sowie Spurenelemente wie Titan (Ti) und Chrom (Cr). Diese Zusätze verfeinern die Kornstruktur, behindern die Versetzungsbewegung und tragen zu einer moderaten Mischkristallverfestigung bei, während sie eine exzellente Duktilität und Korrosionsbeständigkeit bewahren. Dadurch bietet 3A30 eine ausgewogene Kombination aus Umformbarkeit und moderater Festigkeit mit überlegener Beständigkeit gegen atmosphärische und allgemeine korrosive Umgebungen im Vergleich zu zahlreichen höherfesten Legierungen.
Typische Anwendungsbereiche für 3A30 sind architektonische Fassadenpaneele, HVAC-Komponenten, chemische Anlagen sowie Konsumgüter, bei denen gute Umformbarkeit, Schweißbarkeit und Korrosionsbeständigkeit wichtiger sind als maximale Festigkeit. Ingenieure wählen 3A30 dort, wo komplexe Umformungen oder Tiefziehen erforderlich sind und die Kostenvorteile einer Al‑Mn-Legierung gegenüber teureren wärmebehandelbaren Legierungen zählen. Die Legierung wird häufig anstelle von reineren Handelsaluminiumsorten eingesetzt, wenn verbesserte mechanische Eigenschaften verlangt werden, ohne die leichte Verarbeitbarkeit weicher Zustände zu verlieren.
Härtegrade
| Härtegrad | Festigkeitsniveau | Dehnung | Umformbarkeit | Schweißbarkeit | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| O | Niedrig | Hoch | Hervorragend | Hervorragend | Vollständig geglüht, maximale Duktilität für Umformprozesse |
| H14 | Mittel | Mäßig | Sehr gut | Sehr gut | Kaltverfestigt und teilweise geglüht; häufig für Blechanwendungen |
| H18 | Mittel‑hoch | Niedriger | Gut | Gut | Stärkere Kaltverfestigung für höhere Festigkeit in dünnen Querschnitten |
| H24 | Mittel | Mäßig | Sehr gut | Sehr gut | Stabilisiert, mit teilweiser Rückglühung nach Kaltverfestigung |
| T4 / T6 / T651 | Nicht anwendbar/wenig sinnvoll | N/A | N/A | N/A | 3xxx-Serie ist nicht wärmebehandelbar; T‑Härtegrade nicht wirksam |
Der Härtegrad beeinflusst direkt die Fertigungsperformance und das Verhalten im Einsatz von 3A30. Der geglühte O-Zustand wird für maximale Tiefziehfähigkeit und komplexe Umformungen verwendet, während die H‑Reihe ausgewählt wird, um die höhere Streckgrenze und Zugfestigkeit mit noch akzeptabler Umformbarkeit für Stanzen und moderate Pressprozesse auszubalancieren.
Durch Kaltverfestigung (H‑Härtegrade) erhöhen sich die Streckgrenze und Zugfestigkeit auf Kosten der Dehnung und etwas Biegefähigkeit; die richtige Auswahl des Härtegrades erfordert eine Abstimmung der Umformschritte auf die gewünschten mechanischen Endwerte. Die Schweißbarkeit bleibt in allen Härtegraden grundsätzlich gut, jedoch zeigen H‑Härtegrade im Wärmeeinflussbereich der Schweißnaht eine leicht reduzierte Duktilität im Vergleich zum O-Zustand.
Chemische Zusammensetzung
| Element | % Bereich | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Si | 0.05–0.60 | Kontrolliert, um Gießfehler zu minimieren und die Festigkeit leicht zu beeinflussen |
| Fe | 0.20–0.70 | Typisches Verunreinigungs-Element aus dem Schmelzprozess; beeinflusst Kornstruktur und Festigkeit |
| Mn | 0.60–1.50 | Hauptlegierungselement, das Mischkristall‑ und dispergierendes Festigkeitsniveau erzeugt |
| Mg | 0.01–0.20 | Niedrige Mengen zur Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit; größere Mengen führen zu 5xxx-ähnlichem Verhalten |
| Cu | 0.02–0.20 | Kleine Zusätze erhöhen die Festigkeit, mindern aber die Korrosionsbeständigkeit |
| Zn | 0.02–0.15 | Gering gehalten, um Empfindlichkeit gegenüber spannungsrisskorrosion zu vermeiden |
| Cr | 0.02–0.10 | Spurenelement, hilft bei Kornfeinung und Steuerung der Rekristallisation |
| Ti | 0.02–0.15 | Als Kornfeiner während des Gießens und Walzens zugegeben |
| Andere (jeweils) | Rest / Verunreinigungen | Restliches Aluminium mit strengen Grenzwerten für sonstige Verunreinigungen |
Das Zusammensetzungsfenster von 3A30 ist so abgestimmt, dass die vorteilhaften Effekte von Mangan maximiert werden, während Kupfer, Zink und Magnesium niedrig gehalten werden, um sowohl die Korrosionsbeständigkeit als auch die Umformbarkeit zu erhalten. Mangan bildet feine Dispersoide, die die Rekristallisation hemmen und Festigkeit ohne Ausscheidungshärtung bereitstellen. Spurenelemente wie Ti und Cr wirken als Kornverfeinerer und Hemmer, die während der thermomechanischen Verarbeitung die Mikrostruktur kontrollieren und somit Umformbarkeit und Oberflächenqualität verbessern.
Mechanische Eigenschaften
Das Zugverhalten von 3A30 ist typisch für kaltverfestigbare Aluminiumlegierungen: geglühtes Material zeigt niedrige Streckgrenze und moderate Zugfestigkeit bei hoher Dehnung, während H‑Härtegrade erhöhte Streckgrenzen und Zugfestigkeiten bei verringerter Duktilität aufweisen. Die Streckgrenze ist abhängig von Blechdicke und Härtegrad — dünnes Blech im H14-Zustand erreicht deutlich höhere Streckgrenzen als dicke Platten im O-Zustand, bedingt durch effektivere Kaltverfestigung während des Kaltwalzens. Die Legierung weist eine relativ flache Verfestigungskurve im Vergleich zu reinem Aluminium auf und bietet somit berechenbares Rückfederungsverhalten bei Umformprozessen.
Die Dehnung im O-Zustand überschreitet in dünnen Blechstärken typischerweise 20–30 %, was Tiefziehen und komplexes Stanzen ermöglicht. Die Härte korreliert mit Härtegrad und Verarbeitungsgeschichte: Brinell- oder Vickers-Härte erhöht sich mit zunehmender Kaltverfestigung (H‑Härtegrade), bleibt aber gegenüber wärmebehandelbaren 6xxx- oder 7xxx-Serien moderat. Die Ermüdungsfestigkeit ist ausreichend für zyklisch beanspruchte Bauteile mit moderaten Spannungsschwankungen, wobei Konstrukteure die Kerbempfindlichkeit und Oberflächenbeschaffenheit bei der Lebensdauerbemessung beachten sollten.
Die Blechdicke hat starken Einfluss auf Festigkeit und Umformbarkeit: Mit abnehmender Dicke steigt die erreichbare Kaltverfestigung, und in dünneren H‑Härtegraden lässt sich die Umformbarkeit aufrechterhalten. Schweißen und lokale Erwärmung während der Fertigung führen zu einem erweichten Wärmeeinflussbereich (HAZ), der die Streckgrenze lokal senkt; korrekte Härtegradwahl und Nachbehandlung können diesen Effekt bei kritischen Bauteilen reduzieren.
| Eigenschaft | O/geglüht | Wichtiger Härtegrad (H14) | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Zugfestigkeit (MPa) | 100–150 | 180–230 | Abhängig von Dicke und Charge der Legierung |
| Streckgrenze (MPa) | 30–70 | 120–160 | H-Härtegrade erhöhen Streckgrenze signifikant durch Kaltverfestigung |
| Dehnung (%) | 20–35 | 6–18 | Dünnere Blechstärken zeigen in beiden Zuständen höhere Dehnung |
| Härte (HB) | 25–40 | 45–70 | Härte korreliert mit Härtegrad und Bearbeitungszustand |
Physikalische Eigenschaften
| Eigenschaft | Wert | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Dichte | ~2,70–2,73 g/cm³ | Typisch für handelsübliche Al-Mn-Legierungen, etwas niedriger als Stahl |
| Schmelzbereich | ~645–665 °C | Solidus und Liquidus hängen leicht von Legierungsbestandteilen ab |
| Wärmeleitfähigkeit | ~120–160 W/m·K | Niedriger als bei reinem Aluminium, aber ausreichend für viele Wärmeabfuhr-Anwendungen |
| Elektrische Leitfähigkeit | ~28–40 % IACS | Reduziert gegenüber reinem Aluminium durch Legierungselemente; für bestimmte Leiteranwendungen geeignet |
| Spezifische Wärmekapazität | ~880–910 J/kg·K | Typisch für Aluminiumlegierungen bei Raumtemperatur |
| Wärmeausdehnungskoeffizient | ~23,0–24,5 µm/m·K | Moderater Ausdehnungskoeffizient für konstruktive Anwendungen |
3A30 bewahrt viele der günstigen physikalischen Eigenschaften von Aluminium: Die geringe Dichte sorgt für eine gute spezifische Festigkeit, und Wärme- sowie elektrische Leitfähigkeit bleiben für Wärmeabfuhr und leichte Leiteranwendungen nutzbar. Die geringere Wärmeleitfähigkeit im Vergleich zu 1000er-Aluminium ist ein Kompromiss zugunsten erhöhter mechanischer Robustheit; Konstrukteure mit Anforderungen an maximale Leitfähigkeit wählen purere Legierungen.
Der Schmelzbereich und die Erstarrungseigenschaften beeinflussen Gieß- und Fügeverfahren; relativ schmale Schmelzintervalle erleichtern das Löten und Schweißprozesskontrolle. Der Wärmeausdehnungskoeffizient liegt nahe an anderen Al-Mn-Legierungen, was beim Verbinden mit anderen Werkstoffen zu thermischen Spannungen berücksichtigt werden muss.
Produktformen
| Form | Typische Dicke/Größe | Festigkeitsverhalten | Übliche Zustände | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Blech | 0,2–6,0 mm | Hervorragende Umformbarkeit im Zustand O; höhere Festigkeit in H-Zuständen | O, H14, H24 | Weit verbreitet für Verkleidungen, Fassaden und innere Automobilteile |
| Platte | 6–50 mm | Geringere Kaltverfestigung; meist im Zustand O geliefert | O | Platten werden eingesetzt, wenn Dicke erforderlich ist, aber Tiefziehen nicht notwendig ist |
| Strangpressprofil | bis zu großen Querschnitten | Festigkeit variiert je nach Querschnitt und Kaltverfestigung | O, H18 | Strangpressprofile werden für architektonische Profile und wärmeableitende Formen verwendet |
| Rohr | Außendurchmesser von klein bis 200 mm | Festigkeit abhängig von Wandstärke und Zustand | O, H14 | Häufig für HVAC-Rohre und Strukturrohre verwendet |
| Stab/Rundstahl | Durchmesser bis 200 mm | Begrenzte Kaltverfestigung bei dicken Querschnitten | O, H14 | Mechanisch bearbeitete Bauteile und Befestigungen für leichte Strukturzwecke |
Die Umformrouten unterscheiden sich deutlich zwischen den Produkten: Blech und dünner Band werden oft kaltverfestigt, um nach dem Walzen H-Zustände zu erreichen, während dickere Platten und Stäbe aufgrund der begrenzten Kaltarbeits-Effizienz im geglühten Zustand verbleiben können. Strangpressprofile erfordern eine sorgfältige Kontrolle der Halberhitzung (Billet-Zustand) und des Werkzeugdesigns, um Oberflächenqualität, Maßtoleranzen und endgültiges mechanisches Verhalten auszubalancieren.
Schweiß- und Fügepraktiken werden durch die Form beeinflusst; bei dünnem Blech sind Punktschweißen und MIG-/TIG-Schweißen üblich, während größere Strangpressprofile und Rohre je nach Konstruktionsanforderungen orbitales Schweißen oder Hartlöten verwenden können. Verfügbarkeit und Kosten sind für Blech und Band meist günstig, spezielle Größen erfordern Vorlaufzeiten für kundenspezifische Produktion.
Äquivalente Werkstoffe
| Norm | Werkstoff | Region | Hinweise |
|---|---|---|---|
| AA | 3A30 | USA | Handelsbezeichnung, abgestimmt auf Eigenschaften der 3xxx-Familie |
| EN AW | 3003 | Europa | Nächstliegender europäischer Vergleich in Chemie und Eigenschaften |
| JIS | A3003 | Japan | Ähnliche Mn-haltige Legierung für allgemeine Fertigung |
| GB/T | 3A30 | China | Lokale Bezeichnung, chemisch oft ähnlich der AA-3003-Familie |
Die oben genannten äquivalenten Werkstoffe stellen nahe Übereinstimmungen dar, jedoch keine exakten 1:1-Ersatzstoffe; verschiedene Normen definieren leicht unterschiedliche Grenzwerte für Verunreinigungen, maximale Elementgehalte und Prüfmethoden für mechanische Eigenschaften. Einkaufstechniker sollten spezifische Zertifikate und Werksprüfberichte prüfen, um Spurenelementgrenzen und garantierte mechanische Eigenschaften zu verifizieren. Für kritische Anwendungen sind Prüfkörper und Schweißtests empfehlenswert, um sicherzustellen, dass das ausgewählte regionale Äquivalent das erwartete Umform-, Fügeverhalten und Korrosionsverhalten aufweist.
Korrosionsbeständigkeit
3A30 bietet aufgrund des niedrigen Gehalts aggressiver Legierungselemente wie Cu und Zn sowie der passivierenden Wirkung der Aluminiumoxidschicht gute atmosphärische Korrosionsbeständigkeit. In ländlichen und urbanen Atmosphären verhält sich die Legierung vergleichbar mit anderen 3xxx-Reihen-Legierungen, widersteht Lochfraß und Allgemeinkorrosion und gewährleistet bei sachgemäßer Konstruktion und Beschichtung eine lange Lebensdauer. Die Legierung wird häufig für Gebäudefassaden, Dachdeckungen und Verkleidungen eingesetzt, die regelmäßig Regen und Feuchtigkeit ausgesetzt sind.
In maritimer Umgebung zeigt 3A30 eine angemessene Salzsprühbeständigkeit im Vergleich zu Al-Mg-Legierungen, ist jedoch nicht so intrinsisch korrosionsbeständig wie spezialisierte Marine-Legierungen (5xxx-Serie mit höherem Mg-Gehalt). Lokale Korrosion kann in Spalten und an Kontaktstellen mit unterscheidlichen Metallen auftreten, wenn galvanische Paare vorliegen; Konstrukteure sollten direkten Kontakt von 3A30 mit edlen Metallen vermeiden oder isolierende Barrieren einsetzen. Die Anfälligkeit für Spannungsrisskorrosion ist im Vergleich zu hochfesten wärmebehandelbaren Legierungen gering, jedoch kann anodische Auflösung in aggressiven Chloridumgebungen unter Zugspannung auftreten und muss bei Strukturteilen berücksichtigt werden.
Galvanische Wechselwirkungen sind moderat: 3A30 wirkt generell anodisch gegenüber rostfreien Stählen und kathodisch gegenüber aktiveren Metallen; eine passende Auswahl von Befestigungselementen und Isolationsmaterialien reduziert galvanische Ströme. Im Vergleich zur 1xxx-Reihe (technisch reines Aluminium) tauscht 3A30 eine leicht verringerte elektrische Leitfähigkeit gegen verbesserte mechanische Festigkeit bei ohne nennenswerte Einbußen bei der Korrosionsbeständigkeit, was sie zu einer guten universellen Wahl für Außen- und mäßig korrosive Umgebungen macht.
Fertigungseigenschaften
Schweißbarkeit
3A30 lässt sich leicht mit gängigen Schmelzschweißverfahren wie MIG (GMAW) und TIG (GTAW) schweißen und erzeugt zähe Schweißnähte mit minimaler Neigung zu Heißrissen. Zusatzwerkstoffe aus dem ähnlich legierten 3xxx-Bereich oder der 4xxx Al-Si-Serie werden häufig verwendet, um mechanische Eigenschaften und Fließeigenschaften anzupassen; der Einsatz von 4xxx-Zusatzwerkstoffen kann die Benetzbarkeit bei Überlappnähten verbessern. Im H-Zustand kommt es im Wärmeeinflussbereich (WEZ) zu einer örtlichen Weichung durch Rekristallisation; Konstrukteure sollten die reduzierte Festigkeit angrenzend zur Schweißnaht in tragenden Bauteilen berücksichtigen.
Bearbeitbarkeit
Die Bearbeitbarkeit von 3A30 ist moderat im Vergleich zu anderen Schweißaluminiumlegierungen; im geglühten Zustand lässt sich die Legierung sauber mit gutem Oberflächenfinish bearbeiten, härtere H-Zustände erhöhen den Werkzeugverschleiß leicht. Hartmetallwerkzeuge mit positivem Spanwinkel sind bevorzugt für höhere Schnittgeschwindigkeiten und effiziente Spanabfuhr, Schneidflüssigkeiten verbessern Oberflächenqualität und reduzieren Aufbauschneiden. Typische Bearbeitbarkeitsindizes positionieren Al-Mn-Legierungen unterhalb der leicht zerspanbaren 6xxx/7xxx Serien, aber oberhalb von reinem Aluminium hinsichtlich produktiver konventioneller Zerspanung.
Umformbarkeit
Die Umformbarkeit zählt zu den Stärken von 3A30: Der O-Zustand zeigt hervorragende Tiefzieh- und Streckzugfähigkeit, während H-Zustände gute Biegbarkeit für viele Stanzprozesse beibehalten. Empfohlene Mindestbiegeradien hängen vom Zustand und der Dicke ab, liegen aber typischerweise im Bereich von 1–3× Materialdicke für H-Zustände und 0,5–1,5× Dicke für O-Zustand bei üblichen Blechdicken. Federhübe sind bei der Werkzeugkonstruktion zu berücksichtigen; kaltverfestigte Zustände verursachen mehr Federhübe als geglühtes Material und können Ausgleich in der Werkzeugauslegung erfordern.
Verhalten bei Wärmebehandlung
Als nicht wärmevergütbare Legierung spricht 3A30 nicht auf Lösungsglühen und künstliches Altern wie ausscheidungsmäßig härtbare 6xxx- oder 7xxx-Legierungen an. Versuche mit traditionellen T-Alterungsbehandlungen führen nur zu minimaler zusätzlicher Festigkeitssteigerung; deshalb wird die Eigenschaftsoptimierung hauptsächlich durch mechanische Verformung, kontrolliertes Walzen und stabilisierende Glühprozesse erreicht. Thermische Belastungen oberhalb mittlerer Temperaturen bewirken Erholung und Rekristallisation, verringern Kaltverfestigung und weichen das Material auf.
Industrielle Wärmebehandlungsverfahren für 3A30 konzentrieren sich auf Glühzyklen zur Wiederherstellung der Duktilität oder Stabilisierung der Eigenschaften: ein Vollglühen (O) bei Temperaturen von etwa 350–415 °C mit kontrolliertem Abkühlen erzeugt den maximal weichen Zustand. Für kaltverfestigte H-Zustände können partielle Glühungen (H2x/H3x Varianten) eingesetzt werden, um Stärke und Umformbarkeit auszubalancieren oder Eigenspannungen nach Umformvorgängen zu reduzieren. Nachgeschweißte Wärmebehandlungen werden in der Regel nicht verwendet, um Festigkeit im WEZ wiederherzustellen; stattdessen werden Auslegungsspielräume für örtliche Weichung berücksichtigt.
Hochtemperatureinsatz
Die Einsatztemperaturen für 3A30 sind für Langzeitanwendungen typischerweise auf unter ~150–200 °C begrenzt, um Festigkeitsverlust und beschleunigte Erholung zu vermeiden. Bei erhöhten Temperaturen entspannt sich die kaltverfestigte Mikrostruktur, wodurch Streck- und Zugfestigkeit sinken und Kriechverformungen unter Dauerbelastung zunehmen können. Oxidation beschränkt sich auf die Bildung einer dünnen Alumina-Schicht, wobei bei hohen Temperaturen Zunderbildung und Oxidwachstum den Oberflächenzustand und nachfolgende Oberflächenbearbeitung beeinflussen können.
Schweißverbindungen, die erhöhten Betriebstemperaturen ausgesetzt sind, zeigen möglicherweise stärkere Weichung im Wärmeeinflussbereich; nachgeschweißte mechanische Eigenschaften sollten für kritische Anwendungen mit Wärme- oder zyklischer thermischer Belastung geprüft werden. Für kurzfristige oder intermittierende höhere Temperaturbelastungen behält 3A30 weitgehend seine Integrität bei, Designer sollten jedoch alternative Legierungen in Betracht ziehen, wenn dauerhafte Hochtemperaturfestigkeit erforderlich ist.
Anwendungen
| Branche | Beispielkomponente | Warum 3A30 eingesetzt wird |
|---|---|---|
| Automobilindustrie | Innenverkleidungen, Hitzeschilde | Gute Umformbarkeit und Korrosionsbeständigkeit bei niedrigen Kosten |
| Maritime Anwendungen | Nicht-strukturelle Gehäuse, Luftkanäle | Korrosionsbeständigkeit in atmosphärischen und milden maritimen Umgebungen |
| Luft- und Raumfahrt | Verkleidungen, Innenhalterungen | Günstiges Festigkeits-zu-Gewicht-Verhältnis und ausgezeichnete Umformbarkeit für komplexe Formen |
| Elektronik | Chassis, Wärmeverteiler | Ausreichende Wärmeleitfähigkeit bei guter Fertigungsfähigkeit |
3A30 findet breite Verwendung, wo eine Kombination aus guter Umformbarkeit, Korrosionsbeständigkeit und moderater Festigkeit in einem leichtgewichtigen Werkstoff gefragt ist. Sein ausgewogenes Eigenschaftsprofil macht die Legierung besonders attraktiv für geformte Bleche, Gehäuse und Komponenten, die komplexe Formen erfordern, ohne die Kosten oder Fertigungseinschränkungen von höherfesten wärmevergütbaren Legierungen.
Auswahlhinweise
Bei der Auswahl von 3A30 sollten Anwendungen im Vordergrund stehen, die eine ausgezeichnete Umformbarkeit, gute Schweißbarkeit sowie moderate Festigkeit bei gleichzeitig hoher Korrosionsbeständigkeit erfordern. Wählen Sie den O-Zustand für Tiefziehen und komplexe Formen, und H-Zustände für Stanzteile, bei denen eine höhere Streckgrenze ohne allzu großen Verlust an Duktilität benötigt wird. Kosten und breite Verfügbarkeit von Blech und Coil sind weitere praktische Vorteile für die Produktion.
Im Vergleich zu handelsüblichem Reinaluminium (z. B. 1100) tauscht 3A30 eine etwas geringere elektrische und thermische Leitfähigkeit gegen deutlich höhere Festigkeit sowie bessere Verschleiß- und Dellenbeständigkeit ein und behält dabei eine vergleichbare Umformbarkeit bei. Im Vergleich zu kaltverfestigten Legierungen wie 3003 oder 5052 bewegt sich 3A30 im gleichen praktischen Bereich; es bietet typischerweise ein ausgewogenes Verhältnis von Korrosionsbeständigkeit und Festigkeit, ist stärker als 1100 und oft mit 3003 vergleichbar, dabei aber nicht ganz so korrosionsbeständig wie das hoch-Mg-haltige 5052. Im Vergleich zu wärmebehandelbaren Legierungen (z. B. 6061, 6063) bietet 3A30 eine überlegene Umformbarkeit und oft bessere Korrosionsbeständigkeit bei ähnlichen oder geringeren Kosten, was es für komplex geformte Bauteile bevorzugt macht, obwohl die erreichbare Höchstfestigkeit niedriger ist.
Wählen Sie 3A30, wenn die Fertigungsprozesse Umformen und Schweißen bei eher geringeren Anforderungen an Hochtemperaturfestigkeit oder maximale Zugfestigkeit priorisieren, und prüfen Sie Härtezustand, Oberfläche sowie Lieferantenzertifizierungen bei sicherheitsrelevanten oder maritimen Anwendungen sorgfältig. Verwenden Sie kurze Qualifikationstests (Umformversuche, Schweißproben, Korrosions-Tauchversuche), um sicherzustellen, dass der gewählte Härtezustand und der Lieferant die erwartete Einsatzleistung liefern.
Abschließende Zusammenfassung
3A30 bleibt eine praxisbewährte und vielseitige Aluminiumlegierung für Ingenieure, die ein ausgewogenes Verhältnis von Umformbarkeit, Korrosionsbeständigkeit und moderater mechanischer Festigkeit in einer kosteneffizienten Lösung suchen. Das vorhersagbare Kaltverfestigungsverhalten, die guten Fügeeigenschaften sowie die breite Verfügbarkeit machen sie zu einer festen Größe in den Bereichen Architektur, Automobilbau, Schiffbau und allgemeiner Metallverarbeitung, wo komplexe Umformungen und lange Lebensdauer gefordert sind.